9.01.2020 10:30
Quelle: schweizerbauer.ch - dha/blu
Tränker
«Wunschpreise»:Richtpreis in Kritik
Seit Anfang Jahr gibt es bei den Tränkern zwei Richtpreise. Sie sollen für mehr Transparenz sorgen. Doch nach der ersten Publikation gibt es bereits harsche Kritik.

Am 4. Januar konnten im «Schweizer Bauer» beide Seiten in einem Artikel zu den neuen Tränkerrichtpreisen Stellung nehmen. Heinz Minder von den Schweizer Milchproduzenten (SMP) spricht darin von durchschnittlichen Überzahlungen laut der Erhebung der SMP bei AA-Tränkern von 1.60 Fr.

Franz Hagenbuch, Präsident von Swiss Beef, hat darauf reagiert: «Zur Zeit stallen wir in unserer Region Tränker mit einer Marge von Fr. 2.20 ein. In dieser Marge sind die Überzahlungen eingeschlossen. Irgendwo geht die Rechnung nicht auf», schreibt er weiter. «Bei dieser Preisangabe würde nach Abzug der üblichen Überzahlungen noch eine Händlermarge von zur Zeit 60 Rappen bestehen. Um grosse Gruppen am selben Tag, spätestens aber innerhalb einer Woche liefern zu können, braucht es unbestritten mehr als eine Handelsstufe. Das ist mit 60 Rappen Marge schlicht unmöglich. Solche Preisangaben sind deshalb nicht redlich. Es sind Wunschpreise und nicht Marktpreise und schon gar keine Durchschnittspreise», schliesst Hagenbuch seinen Kommentar ab. 

Seit geraumer Zeit werden die Richtpreise teilweise in Frage gestellt. Die Arbeitsgruppe Tränkekälber beurteilte die Richtigkeit der Richtpreise sehr unterschiedlich, teilte der Schweizer Bauernverband (SBV) Mitte Dezember mit. Aufgrund dieser unterschiedlichen Einschätzungen publiziert die Branche seit Januar 2020 keinen gemeinsamen Richtpreis mehr. ««Die Parteien haben sich gewünscht, dass der Richtpreis die Situation exakter und transparenter dargestellt», sagt Martin Rufer, Leiter Departement Produktion, Märkte und Ökologie beim SBV, zu «Schweizer Bauer». 

Nun gibt es seit Anfang Jahr zwei Richtpreise: Jener von den Geburtsbetrieben, erhoben von den Schweizer Milchproduzenten (SMP), sowie jener von Händlern und Mästern.

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