5.07.2017 13:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Nestlé
Wiesenmilch für Cailler
Im Hinblick auf das 200-Jahr-Jubiläum gönnt sich Cailler eine Verjüngungskur. Neben einer neuen Gestaltung und einer Partnerschaft mit dem Nachhaltigkeitslabel IP-Suisse hat die Schokoladenmarke von Nestlé auch das Rezept für ihre Milchschokolade überarbeitet.

«Die Neulancierung einer 1819 geschaffenen Marke ist immer ein Risiko», sagte Alessandro Rigoni, der bei Nestlé für die Schokolade Verantwortliche gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Um dieses zu minimieren, habe Nestlé jedoch die Wünsche der Konsumentinnen und Konsumenten ganz genau abgeklärt.

Weniger Zucker

Die Überarbeitung des Schokoladerezepts habe darum zwei Jahre gedauert. Dabei wurden unzählige Publikumstests durchgeführt. Mit dem Resultat, dass die neue Cailler-Milchschokolade weniger Zucker enthält. «Wir haben ein Schokoladerezept entwickelt, das ausgewogener ist und bei dem der Geschmack der Milch und des Kakaos stärker zum tragen kommt», sagt Rigoni.

Nestlé hat sich der Milchschokolade angenommen, weil es die am weitesten verbreitete Schokolade ist. 60 Prozent der in der Schweiz verkauften Schokolade ist Milchschokolade. Das neue Rezept und die neue gestaltete Verpackung sind dabei aber nicht nur ein Jubiläumsprojekt. Sie sollen auch helfen, den Absatz von Cailler-Schokolade wieder anzukurbeln.

Nachhaltige Schokolade

Um den Absatz von Cailler Schokolade zu steigern ist die Schokoladenmarke zudem eine Partnerschaft mit dem Nachhaltigkeitslabel IP-Suisse eingegangen. So wird künftig alle von Cailler verarbeitete Milch nach den IP-Richtlinien produziert sein müssen. Die rund fünfzig Lieferanten erfüllen dabei bereits die Anforderungen.

Dazu mussten alle 44 Betriebe, die Cailler mit Milch beliefern, ihre Produktion gemäss den IP-Suisse-Richtlinien umstellen. Die Betriebe befinden sich alle im Umkreis von maximal 30 Kilometer um die Produktionsstätte von Cailler in Broc. Dies sei wichtig, da die Milch innerhalb von 4 Tagen zu Schokolade verarbeitet werden muss, so Alessandro Rigoni, der bei Nestlé für Schokolade verantwortlich ist an der Medienkonferenz.

Beim Kakao setzt Cailler auf das Label UTZ. Die Schokolade enthält auch kein Palmöl. Der Verkaufsstart der neuen und neugestalteten Schokolade ist für Mitte Juli geplant. 

Partnerschaft mit Amazon

Nestlé gibt zwar keine Absatzzahlen zu Cailler bekannt. Doch der Konzern räumt ein, dass auch Cailler unter dem starken Franken leidet. Dieser hat für die Schokoladenmarke gleich zwei negative Effekte. So hat der Frankenschock den Einkaufstourismus angekurbelt, gleichzeitig verlor die Schweiz für Touristen an Attraktivität.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt Cailler verstärkt auf das Internet. Damit hofft Nestlé, auch in neue Märkte wie China oder die arabischen Staaten vorstossen zu können. «Wir haben in unserem Maison Cailler in Broc (FR) sehr viele Besucher aus diesen Regionen, die zurück zu Hause unsere Produkte übers Internet bestellen», sagt Rigoni.

Um diese Nachfrage zu decken, ist Cailler mit Amazon eine Partnerschaft eingegangen. In der USA und in China bietet Amazon über die Plattform T-Maill Cailler Schokolade an. Rigoni geht zudem davon aus, dass künftig ein beachtlicher Teil der Nahrungsmittel über Online-Kanäle gekauft werden. «Für Amerikaner und Chinesen ist es bereits völlig normal, die täglichen Einkäufe über das Internet zu tätigen», sagt er.

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