9.08.2016 07:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Getreide
Weizen: Verlust von 50 Millionen
Den Schweizer Getreideproduzenten droht ein mageres Jahr. Die anhaltenden Niederschläge im Frühling reissen alleine beim Weizen ein Millionenloch in die Kassen.

Bereits um den 20. Juli warnten die Getreidesammelstellen gegenüber schweizerbauer.ch vor einer schlechten Weizenernete. .«Sehr schlecht», «katastrophal», «Hühnerweizen», «massiv unterdurchschnittlich» wurden die ersten Posten beschrieben. Die Wetterbedingungen haben beim Brotweizen zu tiefen Erträgen und schwachen Hektolitergewichten geführt. Es wurde aber eine grosse Streuung beobachtet. Swiss Granum meldete beim Extenso-Anbau Erträge zwischen 35 und 55 dt/ha und beim ÖLN-Anbau zwischen 45 und 75 dt/ha. Die Hektolitergewichte variieren von 68 bis 85 kg/hl.

Produktionswert insgesamt 250 Millionen

Diese tiefen Erträge schlagen sich nun auch finanziell beim Bauern deutlich durch. Weil die Zeit der Weizenblüte im frühen April zu nass war, sei die Erntemenge je nach Region gemäss aktueller Zahlen um «20 bis 50 Prozent» zurückgegangen, sagte Hans Rüssli vom Schweizer Bauernverband (SBV) gegenüber der SRF-Sendung «HeuteMorgen» vom Dienstag.

Denn Weizen habe für die Schweizer Landwirtschaft einen geschätzten Produktionswert von 250 Millionen Franken. Rechne man mit 20 Prozent Verlust über die ganze Schweiz, resultierten Einbussen von rund 50 Millionen Franken, sagte Rüssli. Aber auch bei der Gerste erwartet der Bauernverband bis zu einem Fünftel weniger Ertrag.

Tiefste Erträge seit langem

Unterdurchschnittlich war auch die Gerstenernte: «Wir verzeichnen die tiefsten Erträge seit langem», hatte Fritz Glauser, Präsident des Schweizerischen Getreideproduzentenverbands, im Juli gegenüber der Nachrichtenagentur sda gesagt. Das sowieso unrentable Geschäft werde dadurch nicht besser. Wegen der feuchten Witterung während Wochen sei der Krankheitsbefall bei verschiedenen Getreidesorten gross.

Trotz der Einbussen sagt Stephan Scheuner, Geschäftsführer der Branchenorganisation swiss granum, gegenüber SRF: «Ich gehe nicht davon aus, dass die Konsumenten wegen der tieferen Erntemengen mehr für Schweizer Brot bezahlen müssen.» Bei Bedarf werde Getreide aus dem Ausland zugekauft.

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