7.08.2020 16:00
Quelle: schweizerbauer.ch - awp
Deutschland
Wegen Corona weniger Fleisch
Die mit den massenhaften Corona-Fällen in Nordrhein-Westfalen in die Schlagzeilen geratene Fleischerzeugung in Deutschland ist im ersten Halbjahr gesunken. Sie verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag weiter mitteilte.

Die Fleischproduktion in Deutschland ist im zweiten Quartal infolge der Corona-Krise gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verringerte sie sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,6 Prozent. Nach einem Corona-Ausbruch hatten die Behörden Mitte Juni Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies eine vierwöchige Zwangspause verordnet.

65% Schweinefleisch

In den ersten drei Monaten des Jahres hatten die Schlachtbetriebe insgesamt noch mehr Fleisch erzeugt als im Vorjahr, aber nur knapp mehr als ein Prozent, so das Statistische Bundesamt. Zusammen mit dem jüngsten Rückgang stand unter dem Strich im ersten Halbjahr ein Minus von rund 0,6 Prozent auf knapp 3,9 Millionen Tonnen Fleisch. Steigende Nachfrage gibt es weiterhin für Geflügelfleisch, dessen Menge im Halbjahr um 1,9 Prozent zulegte. Rindfleisch war hingegen erneut rückläufig.

Laut Destatis hatte Schweinefleisch mit rund 65,7 Prozent den grössten Anteil an der gewerblichen Fleischerzeugung im ersten Halbjahr 2020. Darauf folgten Geflügelfleisch (20,6 Prozent) und Rindfleisch (13,4 Prozent). Neben Geflügel wurden insgesamt 28,9 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde geschlachtet. 

Regionale Unterschiede

Die Statistiker weisen dabei auf «bemerkenswerte regionale Unterschiede» im Frühjahr hin: So stieg die Produktion in Niedersachsen beispielsweise im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent. In Nordrhein-Westfalen sank sie hingegen um fast 10 Prozent. «Diese Entwicklungen sind wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass einzelne Schlachtbetriebe infolge der Coronapandemie zeitweise geschlossen waren oder mit eingeschränkter Kapazität arbeiteten», so die Statistiker.

Von den dort fehlenden Kapazitäten dürften Betriebe in anderen Bundesländern profitiert haben. Im Juni hatten sich bei der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück über 1500 Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Der Betrieb wurde daraufhin vorübergehend geschlossen, später teilweise wieder hochgefahren.

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