4.04.2015 06:31
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Zucker
Unsichere Zeiten für Schweizer Zucker
Keine guten Aussichten gibt es von der Generalversammlung der Schweizer Zucker AG zu melden. Importdruck und Preiszerfall waren die Stichworte. Für Letzteres wird man künftig sehen, wo die Schmerzgrenze liegt.

«Wir haben ein gutes Geschäftsjahr, trotz geringerer Ernte.» Das sagte Guido Stäger,  CEO der Schweizer Zucker AG (SZU), an deren 101. Generalversammlung (GV) in Bern. Mit einem Umsatz von 234 Mio. Fr. erzielte die SZU einen Gewinn von knapp 2,8 Mio. Fr.

So viel zu den Zahlen. Was die Branche derzeit mehr umtreibt, ist das Ende der europäischen Zuckermarktordnung. Produktions- und Exportquote kennt die EU ab diesem Jahr nicht mehr. «Man muss sich hier die Dimensionen vor Augen führen. Die EU produziert die 100-fache Menge der Schweiz», erklärt Andreas Blank, Präsident des Verwaltungsrates der SZU. Als Folge der im Rahmen der bilateralen Verträge vereinbarten Doppelnull-Lösung, wonach beim Zucker kein Preisausgleich gestattet ist, werde EU-Zucker auf den Schweizer Markt drängen. «Die EU selber hat ihrerseits nicht im Traum daran gedacht, die Grenzen zu öffnen und erhebt nach wie vor einen Zoll von 419 Euro pro Tonne», so Blank.

Man habe gewusst, dass die EU-Zuckermarktordnung aufgehoben würde und habe Rückstellungen von 48,5 Mio. Fr. gebildet. Der Preiszerfall sei aber viel schneller gegangen als von der SZU erwartet. «Der Zuckerpreis war zeitweise im freien Fall», so Blank. Und als ob dies nicht schon Herausforderung genug gewesen wäre, sei mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses eine zusätzliche Preisdifferenz von 15% hinzugekommen. Deshalb werde man um die Diskussion der Rübenpreise nicht herumkommen. «Bis jetzt war es nie ein Problem, die Flächen zu verteilen. In Zukunft werden wir sehen, wo die Schmerzgrenze liegt, dass Pflanzer aus der Produktion aussteigen werden», so Blank.

Weiter Anlass zur Diskussion gaben die Werbekampagne (vgl. rechts) und die Dividendenausschüttung. Letztere wurde aufgrund der unsicheren Marktlage von 8 auf 5% reduziert. Ein von einem Aktionär eingereichter Antrag, die Dividende auf 8% zu belassen, war nicht mehrheitsfähig.

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