24.08.2015 13:13
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Zucker
Rübenpreise sinken 2016
Schlechte Kunde für die Schweizer Rübenpflanzer. Zwar bleibt die Vertragsmenge im kommenden Jahr unverändert, der Richtpreis wird aber gesenkt. Auch bei den Qualitätszahlungen kommt es zu Anpassungen. Grund ist der Preiseinbruch auf den internationalen Märkten.

Es geht turbulent zu und her auf den internationalen Zuckermärkten. Wie die Interprofession Zucker am Montag mitteilt, verharren die europäischen Preise für Zucker auf 420 Euro/t (450 Fr./t). Dieser tiefe Preis ist auf den Verdrängungskampf unter Zuckerherstellern sowie den auf 350 USD/t (329 Fr./t) gefallen Weltmarktpreis zurückzuführen.

Hoher Importdruck

Aufgrund hoher Lagervorräte wird nicht mit einer Erholung des Preisniveaus gerechnet. Im Gegenteil: Da sich der brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar stark abgewertet hat, wird die Zuckerindustrie des südamerikanischen Landes (noch) wettbewerbsfähiger. Zudem wird 2017 in der EU die Zucker-Quote aufgehoben. Die Interprofession rechnet mit einer Ausweitung der Produktion in der Gemeinschaft. „Damit ist mit weiterem Preis- und Importdruck auf die Schweiz zu rechnen“, heisst es weiter.

Richtpreis: 43 Fr./t

Für die Schweizer Produzenten sind das ungünstige Voraussetzungen. Die tiefen Preise in der EU setzen die hiesigen Preise unter Druck. „Eine Anpassung der Richtpreise und der Qualitätszahlungen sind so unausweichlich“, betont die Interprofession. Der garantierte Rübenpreis wird um einen Franken auf 37 Fr./t gesenkt. Der ausbezahlte Richtpreis soll mittels variablen Komponenten und Auslösung nach Rückstellungen 43 Fr./t betragen. Der definitive Preis wird aber erst im Juni 2017 festgelegt. Für die Ernte 2014 wurde vor wenigen Wochen ein Richtpreis vom 48 Fr./t vereinbart.

Die Berechnungsgrundlage für die variable Komponente wurde ebenso angepasst. Sie umfasst eine Einschränkung der Investitionen in beiden Zuckerfabriken. Rübenpflanzer sollen bei einem guten Ergebnis der Zuckerfabrik belohnt werden. Das ausbezahlte Rübengeld beinhaltet weiterhin einen grossen Anteil Qualitätsprämien.

Gesenkt hingegen wurden die Zuschläge und Abzüge für den Zuckergehalt und die technische Ausbeute. Dies deshalb, um das Verhältnis zwischen Grundpreis und Qualitätsprämien zu wahren. Die weiteren Entschädigungen wie Transportkosten oder Früh- und Spätlieferungsprämien bleiben unverändert.

Zuckerquote unverändert

Belassen wird im kommenden Jahr die Zuckerquote. Diese beträgt weiterhin 260‘000 Tonnen, das entspricht in etwa 1,68 Mio. Tonnen Rüben. Neu muss die individuelle Zuckerquote zu mindestens 80% erfüllt sein, damit sie im Folgejahr nicht gekürzt wird. Aufgrund der veränderten Ausgangslage erstellt die Schweizer Zucker AG eine neue Liste mit beantragten Quotenerhöhungen. „Die bisher eingereichten Gesuche sind deshalb nicht mehr gültig. Bei Bedarf können auch neue Pflanzer zum Zug kommen“, hält die Interprofession fest.

Die Interprofession appelliert an die Pflanzer, auch während dieser schwierigen Phase die Anbauflächen zu erhalten und damit die wirtschaftliche Verarbeitung in den Zuckerfabriken zu ermöglichen. Die Interprofession will sich politisch für bessere Rahmenbedingungen einsetzen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE