16.06.2017 12:38
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Trockenfutter
Rekord bei Trockengras
Letztes Jahr sank zwar die produzierte Menge an Trockenfutter leicht. Dafür wurde so viel Trockengras produziert wie noch nie.

«Das momentane Wachstum in der Graslandschaft hilft uns», sagte Präsident Albert Betschart an der GV des Verbandes Schweizerischer Trocknungsbetriebe (VSTB) in Bazenheid SG. «Das veranlasst die Bauern, ihr Futter zu uns zum Trocknen zu bringen.»

Erfreulich für die Trocknungsbetriebe ist auch die rekordhohe Produktion von Trockengras im letzten Jahr. 20'415 Tonnen verliessen die Trocknungsanlagen. Die Gesamtmenge an Trockenprodukten sank allerdings leicht  auf 139'207 Tonnen. «Erfreulich dabei ist, dass die Kosten pro 100 Kilo um 42 Rappen auf 21.86 Fr. sanken», so Betschart.

Zolltarife erhöhen

Ganz ohne Sorgen ist der Präsident allerdings nicht. «Aufgrund der höheren Herstellungspreise haben unsere qualitativ hochstehenden Produkte auf dem Markt einen schweren Stand», betonte er. Der Absatz sei schwierig. Vor allem mit der günstigen ausländischen Luzerne könne ein Schweizer Betrieb nicht mithalten, zumal die Qualität ebenfalls gut sei. Etwas teurer seien die Luzernewürfel, weil sie anders verzollt würden.

Genau hier möchte Betschart ansetzen. «Wir haben die Schweizer Zollbehörden aufgefordert, die Zolltarife für die Luzerneballen zu erhöhen, damit wir konkurrenzfähig sind. Allerdings scheinen hier noch einige rechtliche Abklärungen nötig zu sein.» Schon etwas weiter ist er mit den Maisnachmehlpellets aus dem Ausland. Er hofft, dass diese Zolltarife auf den 1. Juli erhöht werden.

Investitionen tätigen

Auf eine weiterhin gute Entwicklung setzt Betschart beim Gras. «Das Potenzial von Wiesenmilch ist noch nicht ausgeschöpft», sagte er. «Das bedeutet, dass die Trockengrasproduktion zunehmen dürfte. In diesem Vorwärtstrend dürfen wir aber unsere Anlagen nicht vernachlässigen.» Er forderte deshalb die Mitglieder auf, in den Unterhalt der Maschinen zu investieren. Dabei hätten durchaus auch neue Technologien und Innovationen ihre Berechtigung, zum Beispiel für eine schonende Verarbeitung.

Neues Vorstandsmitglied

Nach 20 Jahren trat Hans Remund aus dem Vorstand zurück. An seine Stelle wählten die Delegierten Kuno Bächler aus Tafers FR. Geschäftsführer Bruno Ottiger wies darauf hin, dass der Vorstand in den Abklärungen für ein Projekt des Bundes stehe. Es gehe unter anderem um pansenstabiles Eiweiss im Trockenfutter. An die geschätzten Kosten von rund 250'000 Fr. müsste der VSTB rund 25'000 Fr. beisteuern. Darüber werde an einer separaten Versammlung beraten.

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