14.10.2014 13:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Erdöl
Ölpreise auf Talfahrt
Das Überangebot an Öl und die sinkende Nachfrage weltweit haben auch am Dienstag die Ölpreise belastet. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 87,59 Dollar je Fass (159 Liter). Damit kostete Brent so wenig wie seit Anfang Dezember 2010 nicht mehr.

US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 84,64 Dollar 1,3 Prozent weniger. Die Internationale Energieagentur (IEA) senkte am Dienstag ihre Prognose für das Nachfragewachstum nach Rohöl für 2014 um 200'000 Fass auf 0,7 Millionen Fass täglich. Für 2015 erwarten die Experten nur noch ein Nachfrageplus von 1,1 Millionen Fass auf 93,5 Millionen Barrel - das sind 300'000 Fässer weniger als zuletzt prognostiziert.

Der jüngste Rückgang der Ölpreise könnte zwar die Nachfrage etwas stützen, aber entscheidender sei die weltweit schwache Konjunkturentwicklung. Derweil zog im September laut IEA die weltweite Ölförderung um fast 910'000 Barrel täglich auf 93,8 Millionen Fass an. Dazu trugen sowohl die OPEC-Länder als auch die nicht dem Kartell angehörenden Förderer bei. So hätten die USA mehr Öl gefördert als beispielsweise Russland und Saudi-Arabien.

OPEC könnte Führungsrolle verlieren

Die US-Produktion dürfte ab November bis Dezember 2015 über zwölf Millionen Fässer am Tag liegen. Saudi-Arabien förderte laut früheren OPEC-Angaben zuletzt 9,7 Millionen Fass täglich. Russlands Produktion wird von Analysten bei etwa 10,6 Millionen Fass gesehen.

Vor diesem Hintergrund könnte die OPEC ihre Rolle als Schlüsselproduzent verlieren, sagte IEA-Chefanalyst Antoine Halff. Um die Preise zu stabilisieren, müssten die USA, Kanada und Brasilien möglicherweise ihre kostenintensivere Produktion drosseln: die USA und Kanada fördern Öl mit der umstrittenen Fracking-Technik, Brasilien gewinnt Öl aus der Tiefsee.

Die OPEC förderte laut IEA im September mit 30,66 Millionen Fass täglich 415'000 Fässer mehr Öl als im August. Dies sei vor allem auf die Wiederinbetriebnahme der Exporthäfen in Libyen und die steigenden Lieferungen aus dem Irak zurückzuführen.
Zugleich senkte die IEA ihre Prognose für die Nachfrage nach OPEC-Öl für 2015 um 200'000 Fässer auf 29,3 Millionen Fässer täglich - über eine Million Fässer weniger als die OPEC derzeit produziert.

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