6.01.2015 15:29
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Rohstoffe
Ölpreis: Talfahrt geht weiter
Die Ölpreise haben am Dienstag nach einer kurzen Phase der Erholung ihre Talfahrt fortgesetzt. Am Mittag fiel der Preis für US-Rohöl deutlich unter die Marke von 50 Dollar: Bei 48,93 Dollar erreichte er den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2009.

Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent gab ebenfalls stark nach. Ein Fass kostete hier zuletzt 1,20 Dollar weniger (51,91 Dollar). «Die Ölpreise erleben einen rabenschwarzen Auftakt in das neue Handelsjahr», sagten Experten der deutschen Commerzbank zur Stimmung am Markt.

1,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag zu viel

Seit dem Sommer sind die Notierungen um über die Hälfte eingebrochen, weil ein hohes Angebot auf dem Weltmarkt für Verkaufsdruck sorgt. Fachleute gehen davon aus, dass in der ersten Hälfte 2015 pro Tag 1,5 Millionen Barrel Rohöl zu viel auf dem Weltmarkt sein werden.

Ökonomen sehen in dem starken Einbruch der Ölpreise ein «kleines Konjunkturprogramm» für die lahmende Wirtschaft in der Eurozone: Durch geringere Energiekosten können Konsumenten und Firmen in den kommenden Monaten mehr investieren. Die Entwicklung birgt aber auch Gefahren, sollte der Trend über längere Zeit anhalten. Dann könnte nach Einschätzung mancher Beobachter eine Deflation drohen: eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale aus erwarteten weiteren Preisrückgängen, ausbleibendem Konsum und zu geringen Investitionen.

Steigende Reserven der USA

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Preisstabilität bei einer Teuerung von mittelfristig knapp zwei Prozent als gewährleistet an. Es gilt daher als sicher, dass die Währungshüter die Geldschleusen im Kampf gegen die zu schwache Teuerung noch weiter öffnen werden.

Den aktuellen Preisrutsch bei US-Öl erklärten Experten unter anderem mit der Aussicht auf steigende Ölreserven in den Vereinigten Staaten. Demnach dürften die Lagerbestände in der grössten Volkswirtschaft um 750'000 Barrel gestiegen sein. Ein Zuwachs der Ölreserven kann ein Hinweis auf eine schwächere Nachfrage sein. Die US-Regierung wird die offiziellen Daten am Mittwoch veröffentlichen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE