12.12.2016 09:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Erdöl
Ölpreis legt markant zu
Die Einigung der Opec- und Nicht-Opec-Länder auf eine Drosselung der Ölförderung hat den Ölpreis am Montag kräftig in die Höhe getrieben. Das Fass (159 Liter) der Sorte Brent kostete am Montagmorgen mit 57,89 Dollar knapp fünf Prozent mehr als am Freitag. Die Benzinpreise könnten nun steigen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zeitweise bis zu 57,89 Dollar, während für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) bis zu 54,51 Dollar gezahlt wurden. Die Preissteigerungen gegenüber Freitag betrugen damit über fünf Prozent. Damit war Öl so teuer wie seit Juli 2015 nicht mehr. 

Historischer Schulterschluss

Auslöser war ein Beschluss zwischen 13 Ländern der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und 12 anderen grossen Förderstaaten am Samstag in Wien. In einem historischen Schulterschluss kündigten sie gemeinsame Förderkürzungen an, um die derzeit niedrigen Preise für Rohöl nach oben zu treiben. Die Ölförderländer leiden unter dem seit 2014 stark zurückgegangenen Ölpreis, der von mehr als 100 Dollar auf zwischenzeitlich etwa 30 Dollar zu Jahresbeginn 2016 eingebrochen war.

Die nun getroffene Absprache ist die erste dieser Art zwischen Opec und Nicht-Opec seit 2001. Der Energieminister des weltgrössten Öl-Exporteurs Saudi Arabien, Khalid al-Falih, nannte die Einigung «historisch». Diese lege eine Basis für eine langfristige Kooperation der Länder. Nun wird mit Spannung auf die Reaktion am Ölmarkt gewartet: Bereits am Freitag war der Ölpreis in Erwartung einer Einigung um ein Prozent gestiegen.

Über 20 Länder machen mit

Am Wochenende einigten sich zudem die Opec und ein Dutzend anderer Länder, die nicht dem Ölkartell angehören. Die Nicht-Opec-Länder wollen ihre Förderung um insgesamt 558'000 Barrel täglich drosseln. Russland als aktuell grösster Ölproduzent will allein 300'000 Barrel weniger produzieren. Allerdings werde die Drosselung allmählich beginnen und erst im April oder Mai den vollen Umfang erreichen, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak der Agentur Tass. Die Massnahme unterstützt die jüngst von der Opec beschlossene eigene Kürzung ihrer Tagesförderung um 1,2 Millionen Barrel auf 32,5 Milliarden Fass ersten Halbjahr 2017.

Insgesamt haben sich nun mehr als 20 Länder entschieden, weniger Öl zu fördern. Die Kooperation knüpft an eine Förderkürzung der Opec von Ende November an. Die Förderkürzungen sollen von einem gemeinsamen Komitee aus fünf Opec- und Nicht-Opec-Ländern überwacht werden. Die beteiligten Länder repräsentieren mehr als die Hälfte der weltweiten Öl-Produktion. Die Vereinbarung lege den Grundstein für eine langfristige Kooperation, sagte Nowak. Der saudische Ölminister Chalid al-Falih sagte, die Massnahme diene nicht nur Produzenten und der Öl- und Gasindustrie, sondern auch der Weltwirtschaft.

Schweiz: Benzin-Verteuerung möglich

In der Schweiz zeigten sich Experten nach der Einigung der Opec Ende November skeptisch, wie stark und rasch das Abkommen das Öl-Angebot tatsächlich reduzieren werde. Nebst dem Preis für das Produkt Benzin/Diesel haben weiter auch die Wechselkurse und die Tarife der Rheinschifffahrt einen Einfluss auf die Preise an den Tankstellen.

Sollten allerdings die Rohölpreise weiter steigen, dürften die Treibstoffpreise in der Schweiz anziehen. Weil sich der US-Dollar gegenüber dem Franken aufgewertet hat und die Frachtkosten tendenziell steigen, dürfte der Gesamteffekt zu einer Preisanpassung an den Tankstellen führen.

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