17.04.2015 11:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Nestlé
Nestlé: Währungseffekte belasten
Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat im ersten Quartal 2015 leicht mehr Umsatz erwirtschaftet, nämlich 20,9 Mrd. Franken. Organisch wuchs der Konzern um 4,4 Prozent , gegenüber 4,2 Prozent im ersten Quartal 2014.

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent. Währungseffekte schlugen allerdings mit minus 4,5 Prozent zu Buche. Analysten hatten das organische Wachstum im Schnitt auf 4,3 Prozent veranschlagt und mit 21,4 Mrd. Franken Umsatz gerechnet. Vom organischen Wachstum im ersten Quartal gehen 2,5 Prozent auf Preiserhöhungen und 1,9 Prozent auf internes Realwachstum - also das Mengenwachstum - zurück, wie Nestlé am Freitag mitteilte.

Preisanpassungen als Wachstumstreiber

«Unser Umsatzwachstum in den ersten drei Monaten entsprach unseren Erwartungen und wurde sowohl von internem Realwachstum als auch von Preisanpassungen angetrieben», sagte Konzernchef Paul Bulcke laut der Mitteilung. Zufrieden äusserte er sich zum Geschäftsgang in Europa, Nahost und Nordafrika, bei Nestlé Waters sowie in der Sparte Übrige Geschäfte.

In den Gebieten Asien, Ozeanien und Afrika südlich der Sahara sowie in Nordamerika wolle Nestlé mehr Dynamik erreichen. «Wir erwarten, dass diese Initiativen im Laufe des Jahres an Zugkraft gewinnen werden», sagte Bulcke. 2015 strebe Nestlé ein organisches Wachstum von rund 5 Prozent an.

Der Konzern konnte nach eigenen Angaben in allen geographischen Regionen zulegen. In Nord- und Südamerika betrug das Wachstum 5,6 Prozent, in Europa, Nahost und Nordafrika 4,5 Prozent und in Asien, Ozeanien und südlich der Sahara 2,2 Prozent. In den Industriestaaten waren es 2,5 Prozent und in den aufstrebenden Märkten 6,7 Prozent.

Nordamerika startet langsam

In Nordamerika erwirtschaftete Nestlé 5,8 Mrd. Franken Umsatz gegenüber 5,9 Mrd. Franken im Vorjahr. Der Start ins Jahr sei langsam verlaufen, schrieb der Konzern. In Lateinamerika mussten die Preise in mehreren Ländern der Inflation angepasst werden. Das organische Wachstum in Nord- und Südamerika betrug 3,7 Prozent gegenüber 4,1 Prozent im Vorjahr. Negativ war allerdings das Mengenwachstum mit minus 0,2 Prozent.

Besser lief es in der Anfang Jahr neu zusammengesetzten Region Europa, Nahost und Nordafrika (EMENA). Der Umsatz in diesen Regionen betrug 3,9 Mrd. Franken. Dank des frühen Osterdatums konnte Nestlé mehr Süsswaren und haltbare kulinarische Produkte absetzen. Langsamer verlief der Start in der Schweiz und in Griechenland. Das organische Wachstum im EMENA-Raum betrug 5,3 Prozent, das interne Realwachstum 3,9 Prozent.

Gute Zahlen für Mineralwasser

In Asien, Ozeanien und in Subsahara-Ländern betrug der Umsatz 3,6 Mrd. Franken. Sowohl das organische Wachstum (-0,2 Prozent) als auch das interne Realwachstum (-2,3 Prozent) waren negativ. Die Zone erlebte einen harzigen Start. Rund war vor allem der Geschäftsgang in China, wie Nestlé schrieb.

Gewachsen ist die Sparte Nestlé Waters, und zwar in allen Regionen. In aufstrebenden Ländern verbuchte der Konzern mit Mineralwassern zweistellige Wachstumsraten, in den Industrieländern «ein mittleres einstelliges Wachstum». Der Umsatz betrug 1,7 Mrd.  Franken (Vorjahr: 1,6 Mrd.). Einen relativ langsamen Start ins Jahr hatte dagegen die Sparte Nestlé Nutrition. Der Umsatz betrug 2,63 (Vorjahr: 2,61) Mrd. Franken. Grund waren die volatilen Märkte in Nahost, Afrika und Russland. Gut liefen die Geschäfte dagegen in Asien und Mexiko.

Zur Sparte Übrige Geschäfte, die einen Umsatz von insgesamt 3,3 (Vorjahr: 2,9) Mrd. Franken erzielte, zählt neben Nestlé Health Science, Nestlé Skin Health und Nestlé Professional auch Nespresso. Das Geschäft mit den Kaffeekapseln sei trotz starker Konkurrenz gewachsen, schrieb Nestlé.
An der Schweizer Börse legten die Titel von Nestlé nach Eröffnung des Handels vorübergehend um rund ein halbes Prozent zu. Eine knappe Stunde später lag der Kurs dann aber wieder in etwa auf dem Ausgangsniveau.

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