7.09.2018 16:24
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Nahrungsmittel
Lebensmittelausgaben sinken weiter
Schweizer Haushalte geben immer weniger Geld für Nahrungsmittel aus. Besonders beim Fleisch- und Milchkonsum zeigt sich ein deutlicher Rückgang. 2015 wendeten Schweizer Haushalte durchschnittlich 5,7 % (571 Fr.) ihres monatlichen Bruttoeinkommens für Lebensmittel auf (ohne Ausserhaus-Konsum).

Gemäss der Haushaltsbudget-Erhebung des Bundesamtes für Statistik geben Schweizer Haushalte immer weniger für Lebensmittel aus. Im Jahr 2010 belief sich dieser Anteil noch auf 6,2 % (599 Fr.), 2015 noch 5.7%. Von den Ausgaben für Lebensmittel entfallen rund zwei Drittel auf Frischprodukte. Bei einem Konsumentenpanel von Nielsen wurden die Einkäufe von Haushalten mit zwei Kindern analysiert. 

Die monatlichen Ausgaben für Frischeprodukte beliefen sich pro Haushalt im Zeitraum von Juni 2017 bis Mai 2018 auf 290 Franken. Mit 137 Franken wurde für Fleisch am meisten ausgegeben, während für Molkereiprodukte 82 Franken und für Früchte mit 32 Franken am wenigsten ausgegeben wurde, wie es im Markbericht Land- und Ernährungswirtschaft des BLW-Fachbereichs Marktanalyse heisst. Der Rückgang lässt sich gemäss BLW mit einer Umlagerung der Haushaltsausgaben hin zu mehr Ausserhaus-Konsum und Convenience- Produkten erklären, was mit den geänderten Lebensformen von heute zusammenhängt (z.B. Zeit, Mobilität).

Frischmilch, besonders UHT-Milch, wurde mengenmässig mit 54,5 Litern bei Haushalten mit zwei Kindern am meisten gekauft. Die Nachfrage nach Frischmilch sank jedoch gegenüber dem Vorjahr um 9,7 Prozent. Diese Entwicklung bei der Frischmilchnachfrage zeigt sich gleichermassen im stark rückläufigen Pro-Kopf-Konsum, der in den letzten 4 Jahren gemäss Agristat Minus 9,9% betrug, schreibt das BLW. Bei den Milchprodukten wurden am häufigsten Beeren-Joghurts (5.1 kg) und Kochbutter (4.6 kg) nachgefragt. Bezogen auf den Wert ist die Kochbutter mit rund 51 Fr. pro Jahr ähnlich bedeutsam wie teilentrahmte UHT Milch mit rund 60 Fr.

Auch der Fleischkonsum verzeichnet einen Rückgang von rund 6 Prozent. Insbesondere der wertmässige Rückgang gegenüber der Vorjahresperiode ist gross (Poulet -16%, Schwein -12%, Rind -22%). Beim Frischfleisch steht das Pouletfleisch mit 13 kg an der Spitze, gefolgt von Schweinefleisch (10,3 kg) und Rindfleisch mit 6,3 kg. Bratwurst war mit 8.8 kg das beliebteste Fleischverarbeitungsprodukt.

Die wichtigsten Produkte bei Früchte und Gemüse sind Kartoffeln mit 21.2 kg, Äpfel mit 16.6 kg, Bananen mit 15 kg, Karotten mit 13.1 kg sowie Tomaten mit 10.3 kg. Die Analyse des BLW zeigt, dass die Nachfrage nach Kartoffeln und Karotten gegenüber der Vorjahresperiode Juni 2016 bis Mai 2017 deutlich um 16% respektive 11% abgenommen hat. Tomaten hingegen haben mit einer Zunahme von 2 % leichtzugelegt.

Bei Früchten hat die Nachfrage von Bananen (+ 17 %) und Erdbeeren (+ 26 %) gegenüber der Vorjahresperiode deutlich zugenommen, jene von Äpfeln ist starken Schwankungen unterworfen.

Das Konsumentenpanel

Am Konsumentenpanel von Nielsen Schweiz nehmen rund 4'000 Haushalte in der Deutsch- und der Westschweiz teil (ohne Tessin). Dabei sind die partizipierenden Haushalte verpflichtet, die Einkäufe jedes Haushaltsmitglieds über das gesamte Jahr systematisch zu erfassen. Konkret sind die Mengen und Ausgaben aller eingekauften Produkte anzugeben. Die Haushaltszusammensetzung im Nielsen Konsumentenpanel repräsentiert möglichst die Haushaltszusammensetzung in der Schweiz.

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