14.08.2020 17:42
Quelle: schweizerbauer.ch - rup
Detailhandel
Knospe-Label bald bei Aldi und Lidl?
Die Anforderungen für das Bio-Knospe-Label waren bisher zu hoch für die Discounter. Das könnte sich nun ändern.

Schweizer Bio-Produkte darf in der Schweiz grundsätzlich jeder Grossverteiler verkaufen. Doch wenn es um das Knospe-Label geht, sieht es anders aus. Gemäss dem «Tages-Anzeiger» muss ein Detailhändler dafür mindestens 800 verschiedene Bio-Produkte im Sortiment haben.

Drei-Stufen-Modell 

So vermarktet bisher Coop seine über 3000 Bio-Produkte unter dem Knospe-Label. Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli sagte im Februar zum «Schweizer Bauer», man wolle so Rosinenpicker verhindern, die mit wenigen Produkten gross die Werbetrommel rührten. 

Damit befindet sich Coop auf Stufe drei des Drei-Stufen-Modells von Bio Suisse. Auf Stufe zwei können Bio-Produkte unter dem Bio-Suisse-Logo verkauft werden, jedoch ohne Knospe. Bedingung: über 400 Bio-Produkte im Sortiment. An dieser Marke bissen sich bis jetzt auch die Discounter Lidl und Aldi die Zähne aus. Diese vermarkteten laut «Tages-Anzeiger» insgesamt viel weniger Artikel und die Anzahl Bio-Produkte beliefen sich auf 130, respektive 300 Bio-Produkte. Doch offenbar kommt nun Bewegung in die Verkaufsstrukturen.

Bio Suisse in Zwickmühle

Bio Suisse steckt in der Zwickmühle. Schliesslich will man den Absatzmarkt vergrössern, aber nicht den langjährigen Partner Coop vor den Kopf stossen, der beim Aufbau des Labels von grosser Wichtigkeit war. Deshalb werde das Drei-Stufen-Modell nun überarbeitet, wie Bio-Suisse-Sprecher David Herrmann gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte.

Ziel der Arbeit sei ein Modell, das für alle Marktpartner attraktiv sei und für die verschiedenen Formate im Schweizer Detailhandel funktioniere. Er denke da an Discount, To go oder kleine Verkaufsstellen. Also auch an Aldi, Lidl und Co.. Aufgrund von Feedbacks habe man sich bei Bio Suisse dazu entschieden. Im Spätsommer seien bereits erste Tests im Markt vorgesehen. Das letzte Wort habe schlussendlich der Bio-Suisse-Vorstand.

Seit 2020 gilt für den Detailhandel ein Drei-Stufen-Modell mit folgenden Grundanforderungen: Breite des Biosortiments, faire Marktpartnerschaften, Engagement für die Bioforschung und -entwicklung.

Auf Stufe 3 gelten die höchsten Anforderungen. Wer diese erfüllt, kann auf Eigenmarken und in der Kommunikation die Knospe verwenden (Coop). Auf Stufe 2 kann das Logo Bio Suisse auf Eigenmarken verwendet werden. Und auf Stufe 1 kann in eigenen Medien kommuniziert werden, dass sämtliche Biorohprodukte aus der Schweiz von Bio Suisse-Betrieben stammen. Die Distributionspartner können also selbst entscheiden, wie stark sie sich für den Biolandbau und letztlich für die Knospe engagieren wollen. Am Ende entscheidet die Summe des Engagements, wer das Logo Bio Suisse oder die Knospe nutzen kann.


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