18.08.2019 06:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Bigler
Zuckerrüben
Kässeli mit Rückstellungen schrumpft
Der Rübenpreis wird aktuell stark mit Rückstellungen gestützt. Noch verbleiben über 20 Millionen Franken im Kässeli. Guido Stäger, Direktor Schweizer Zucker AG, nimmt Stellung.

«Schweizer Bauer»: Der definitive Rübenpreis 2018 von 44Fr./t besteht zu 5 Fr./t aus Rückstellungen. Was für ein Betrag ist das total?
Guido Stäger, Direktor Schweizer Zucker AG: 5 Franken pro Tonne ergeben bei 1,2 Millionen Tonnen  Rüben ca. 6 Millionen Franken zusätzliches Rübengeld zur Stützung der Anbaubereitschaft. Im Durchschnitt haben wir mit den Qualitätszuschlägen einen Preis von 56 Franken pro Tonne ausbezahlt.

Was für ein Betrag verbleibt nach dieser Auszahlung im Kässeli mit den Rückstellungen?
Wie die Abrechnung genau aussieht, sehen wir erst mit dem Geschäftsabschluss. Genaue Zahlen werden im nächsten Geschäftsbericht publiziert.
Anmerkung der Redaktion: Im Geschäftsbericht 2017/2018 waren unter Rückstellungen Zuckermarktordnung per 30.9.2018 noch knapp 32,4 Mio. Franken ausgewiesen. 

Wie lange rechnen Sie, wird der Rübenpreis noch mit Rückstellungen gestützt werden können?
Wir rechnen mit leicht besseren Zuckerpreisen für Abschlüsse aus der neuen Ernte, und unser Resultat hängt immer stark von der Erntemenge ab, deshalb hoffen wir auf Niederschläge.

Was ist, wenn die Rückstellungen aufgebraucht sind?
Wir haben einen Ausgleichsfonds. Sobald die Zuckerpreise wieder ein vernünftiges Niveau erreichen, wollen wir wieder in diesen Fonds einzahlen. Unser klares Ziel ist, die aktuellen Rübenpreise zu halten, bzw. wenn es der Zuckerpreis erlaubt, leicht anzuheben.

Wie läuft die Zuckervermarktung aktuell? Sind die Preise etwas besser als 2018?
Die Preise sind angestiegen, die Nachfrage nach Schweizer Zucker ist nach wie vor erfreulich. Wir haben aber noch viele laufende Lieferverträge mit eher tiefen Preisen. Die Nachfrage wäre durchaus gut, aber mit dem trockenen Wetter werden wir auch im nächsten Jahre eher zu wenig Zucker haben, um richtig vom besseren Preisniveau profitieren zu können. 

Was für Verbesserungen erhoffen Sie sich mit den Anpassungen bei den Transportentschädigungen?
Wir sind daran, mit der Branche zusammen ein einheitliches Übernahmemodell für die nächsten Jahre zu entwickeln – in der Übergangszeit haben wir die Transportentschädigung anpassen müssen.

Was für Voraussetzungen muss ein Pflanzer erfüllen, damit er die Treueprämie von 2 Fr./t Rüben erhält?
Wenn der Pflanzer über vier Jahre hinweg immer seine Quote zu einem definierten Prozentsatz erfüllt, dann bekommt er für jedes Jahr 50 Rp/t., also maximal 2 Fr./t mehr für die Rüben. Damit möchten wir die treuen Pflanzer für ihre regelmässigen Lieferungen belohnen.

Gibt es bereits Anmeldungen von neuen Rübenproduzenten für die Aussaat 2020?
Wir haben vereinzelt Anmeldungen von Neupflanzern erhalten. Die Anbauverträge für 2020 aller registrierten Pflanzer sind freigeschaltet und können ab sofort abgeschlossen werden. Wir werden Anfang August ein Infoschreiben an alle Pflanzer verschicken mit der Bitte, die Anbauverträge für das nächste Jahr abzuschliessen.

Neupflanzer sind jederzeit willkommen. Sie können via rueben@zucker.ch oder telefonisch via Rübenbüro der SZU Kontakt mit aufnehmen. Auch langjährige Pflanzer, die ihre Fläche erhöhen möchten, sind willkommen. Der Einzelkulturbeitrag beträgt 2100 Fr./ha. 

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