27.05.2015 12:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Getreide
IP-Suisse: Höhere Top-Weizenpreise gelöst
Die IP-Suisse-Getreidevermarkter konnten trotz der schwierigen Ernte 2014 gute Preise erzielen. Beim TopQ-Weizen und beim Raps ist allerdings die Prämie etwas gesunken. Ziel ist, die Absatzmenge auszudehnen.

In diesen Tagen erhalten rund 130 Getreidesammelstellen die Schlusszahlung für das IP-Suisse-Getreide der Ernte 2014. «Trotz grossen Herausforderungen konnte der Nettoauszahlungspreis an die Sammelstelle im Vergleich zum Vorjahr bei der Klasse Top im Durchschnitt erhöht, derjenige der Klasse 1 gehalten werden», teilt die IP-Suisse mit.

Lager glichen Mängel aus

Schwierige Erntebedingungen, tiefe Fallzahlen, tiefe Proteingehalte, tiefe Weltmarktpreise usw. hätten alle Teilnehmer in der Wertschöpfungskette gefordert. «Dank der Anstrengung aller Beteiligten und mithilfe der strategischen Lager der Ernte 2013, welche die Qualitätsmängel der Ernte 2014 etwas auszugleichen vermochten, konnten auch aus der Ernte 2014 mit 100% Schweizer Brotgetreide gute Brot- und Backwaren hergestellt werden», stellt die Produzentenorganisation fest. So seien die Brote in der Migros (Terra Suisse), der Naturelbäcker, von Fredy’s, Hiestand und auch die Buns von McDonald’s aus IP-Suisse-Getreide.

Mehr TopQ-Menge

Geholfen hat auch ein optimierter Sortenmix. Es wurde deutlich weniger Claro übernommen, der von qualitativ stärkeren Sorten (Molinera, Lorenzo und Nara) ersetzt wurde. Deshalb ist auch die Prämie für TopQ-Weizen gegenüber dem Vorjahr um 40 Rp./100 kg gesunken.  «Denn die Müller bezahlen für alle Top-Sorten 5.25 Fr./100 kg Prämie. Dieses Geld verteilen wir dann von den  Top- auf die TopQ-Sorten, um den Anbau in Richtung TopQ zu steuern und so die qualitativ besseren Sorten zu stützen», erklärt Niklaus Hofer von IP-Suisse.

Welche Sorten zu den TopQ gehören, wird laufend anhand der Ernteergebnisse angepasst. «Per Ernte 2016 wird neu die Mischung Isuela (Molinera plus CH Combin) dazugehören. Camedo wird in die normale Top-Klasse zurückgestuft», so Hofer. Die IP-Suisse möchte die IPS-Mischungen noch stärker propagieren. Die mit Delley Samen und Pflanzen AG (DSP) und Jowa getesteten neuen Mischungen versprechen neben einem optimalen Ertrag auch Vorteile bei der Qualität. Die Mischungen werden zudem mit einer Bonusprämie von 1 Fr./ 100 kg belohnt.

Eine starke Zunahme sei bei der Vermarktung von Ware mit Herkunftsbezeichnung (z.B. Aus der Region. Für die Region.) zu verzeichnen, schreibt IP-Suisse.

Tiefere Preise für Raps

Mit einem Auszahlungspreis von 80 Fr./100 kg wird Raps im Schnitt um 7 Fr./100 kg tiefer abgerechnet als im Vorjahr. Zudem ist die Prämie auf 7 Fr. gesunken. «Der Grund für dieses schlechtere Ergebnis sind die tieferen Rapspreise allgemein und die Übermengen», begründet Hofer. «Wir müssen überlagern, und ein kleiner Teil des IPS-Rapses floss in den konventionellen Kanal.»

Bei einer besser auf den Markt abgestimmten Ernte 2015 dürfe aber für nächstes Jahr wieder mit einer höheren Prämie gerechnet werden. Aktuell produzieren rund 200 Landwirte IPS-Raps. «Wir suchen weitere Abnehmer», sagt Hofer.

Warteliste beim Getreide

Auf rund 23600 ha wächst momentan IP-Suisse-Weizen. Die gesamte IPS-Getreidefläche beträgt rund 27000 ha. «Falls die Ernte 2015 bezüglich Menge und Qualität es erlaubt, könnten endlich die noch nicht umgestellten Produkte in der Migros von konventionellem auf IPS-Getreide mit dem Label Terra Suisse vollzogen sowie die Aktivität zur Gewinnung von neuen Abnehmern verstärkt werden», kündigt Hofer an.

Je nach Ernte 2015 und den Gesprächen mit den Abnehmern könnten dann für die Aussaat im Herbst 2015 auch neue Produzenten aus der Warteliste aufgenommen werden.

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