31.10.2018 16:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Futtermittel
Haben Sie Import-Heu gekauft?
Die ausgeprägte Trockenheit in den vergangenen Monaten wirkt sich auf die Heuimporte aus. Diese sind auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Mussten Sie auch auf Heueinfuhren zurückgreifen? Oder reichen Ihre Vorräte aus? Mitdiskutieren und abstimmen

Seit dem Frühjahr herrscht in vielen Regionen der Schweiz extreme Niederschlagsarmut. Vielerorts sind seit April nur zwischen 55 und 60 Prozent der sonst üblichen Regenmengen gefallen. Dies wirkte sich entsprechend auf die Landwirtschaft aus.

Graswachstum gestoppt

Einerseits musste Wasser auf die Alpen gebracht. Andererseits sind Weiden und Wiesen regelrecht ausgetrocknet. Das Gras wuchs nicht mehr nach. Und auch andere Futterpflanzen wie der Mais haben unter der Dürre gelitten. Den Bauern konnten ihre Futterreserven nicht entsprechend aufbauen. Schlimmer noch, zahlreiche Landwirte mussten bereits im Sommer und Herbst ihre Tieren Heu verfüttern.

Diese Mengen fehlen den Betrieben. Sie hatten zwei Möglichkeiten: Sie reduzieren die Viehbestände oder sie kaufen Futter zu. Deshalb ist es nicht überraschend, wurde viel Heu zugekauft. Die Mengen sind aber beeindruckend.

Frankreich und Deutschland

Von Januar bis Ende September 2018 wurden insgesamt 186’970 Tonnen Heu, Luzernemehl und Luzernepellets importiert – das ist ein neuer Rekord. Dies geht aus den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) hervor. Der Heuanteil gemäss der Statistik beträgt 179'800 Tonnen im Wert von 46 Millionen Franken. Damit liegen die Importe 13'000 Tonnen über dem Rekordwert von 2011, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (lid) schreibt.

Mit Abstand die grössten Heumengen aus dem Ausland stammten aus den Nachbarländern Frankreich (82'918 Tonnen) und Deutschland (61'828 Tonnen). Zusammen steuerten sie rund 80 Prozent der importierten Menge bei. Die Raufuttermengen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. «In den schlechten Futterbaujahren 2003, 2006, 2013 und 2015 waren sie nicht auf einem so hohen Niveau wie 2018», sagt Daniel Erdin von Agristat des Schweizer Bauernverbandes.

Zollsenkung

Wegen der Trockenheit hat der Bundesrat Anfang August vorübergehend die Zölle auf Heu und Silomais gesenkt. Bauern, die mit Liquiditätsproblemen kämpfen, können zinslose Darlehen beantragen. Die Senkung der Importzölle soll Versorgungsengpässe beheben, sagte die Landesregierung damals. Weil Futtermittel wegen der Trockenheit im Inland und im nahen Ausland knapp seien, würden die Preise steigen. Die befristete Zollsenkung soll das zum Teil kompensieren, hielt der Bundesrat fest. Der Zoll wurde um 3 Franken pro 100 Kilo gesenkt. 

Regionale Unterschiede

Futter ist schweizweit knapp. Es gibt aber grosse regionale Unterschiede. «Je nach Region fehlen 20 bis 30 Prozent auf dem Heustock», schätzt Ueli Aeschbacher von der Meliofeed AG gegenüber «Schweizer Bauer» die Lage ein. Er stützt sich auf Aussagen der Fütterungsberater, die täglich auf den Höfen im Einsatz sind.

Gemäss Aeschbacher sind höherer Lagen weniger betroffen. In einigen Regionen führte Niederschlag, besonders in den Voralpengebieten, zu einer Entspannung. «In einigen Regionen, vor allem in der Ostschweiz, ist der Raufuttermangel allgegenwärtig», macht Hansueli Rüegesegger von der UFA gegenüber «Schweizer Bauer» deutlich.

Wie sieht es auf Ihrem Betrieb aus? Mussten Sie importiertes Heu zukaufen? Oder konnten Sie genügend grosse Vorräte aufbauen?

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