22.01.2020 11:20
Quelle: schweizerbauer.ch - awp/blu
Backwaren
Guetzlihersteller Hug wächst erneut
Der Guetzli- und Zwiebackproduzent Hug ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Beim Umsatz legte das Innerschweizer Unternehmen um 3,8 Prozent auf 123,3 Millionen Franken zu. Das Produktionsvolumen erhöhte sich um 384 auf 9'738 Tonnen, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Die Landwirtschaft war für einmal kein Thema.

Verantwortlich für die Steigerung bei der Produktion und beim Umsatz sei einerseits die gute Konsumstimmung in der Schweiz gewesen, andererseits hätten die Kunden die neuen Produkte von Hug gut aufgenommen, sagte Co-Geschäftsführer Andreas Hug vor den Medien.

Anlagen-Kapazitätserweiterungen

Um 13 Prozent zulegen konnte Hug im Gastronomiebereich, wobei vor allem der gesteigerte Export von dünnwandigen Buttertartelettes um 41 Prozent zu Buche schlug. Die Marke Darvida konnte das Wachstum etwas weniger steigern als in den letzten Jahren, habe den Umsatz jedoch ebenfalls erhöht. Bei der Marke Wernli habe der Fokus auf Biscuitspezialitäten kräftiges Wachstum und einen Ausbau des Marktanteils gebracht.

Das Jahrhundert-Projekt mit dem Transfer der Wernli-Produktion von Trimbach nach Malters sei mit leichter Verzögerung auf Kurs. «Die Bemühungen um den Know-how-Transfer sicherzustellen, sind herausfordernd – Fachleute sind in unserer Branche in der Region rar», sagt Andreas Hug. Die guten Umsatz-Entwicklungen in den Trend-Märkten erfordern zusätzliche Anlagen-Kapazitätserweiterungen. Die Bau- und Anlagen-Investitionen in den Jahren 2019 bis 2023 belaufen sich somit auf rund 80 Mio. Franken. Das Backhaus soll Ende 2020 in Betrieb genommen werden.

Zucker und Getreide kein Thema

Gewinnzahlen veröffentlicht das Unternehmen keine. Für einmal kein Thema waren Rohstoffe wie Zucker oder Getreide. Im vergangenen Jahr tönte es noch so: «Wir müssen die landwirtschaftlichen Rohstoffe in der Schweiz zu doppelten Kosten beschaffen, wie unsere Mitbewerber im Ausland». Die Kosten-Differenz habe sich weiter vergrössert. Hug nannte als Grund den politischen Entscheid zu höherem Grenzschutz für Zucker. Mit rationeller Produktion, Know-how und guter Arbeitsmoral wolle man dieses Handicap aber wettgemachen, hiess es vor 12 Monaten. 

Wenig Freude zeigte das Unternehmen in der Vergangenheit an der Swissness-Regel. «Die Vorlage grenzt an eine Nötigung der Lebensmittelindustrie durch Politik und Behörden», sagte Andreas Hug im Januar 2017. Hug sei es jedoch gelungen, auch dank der Ausnahmeregelung, alle Markenprodukte aus ihrer Produktion mit dem Swissness-Label auf den 1. Januar 2017 auszuzeichnen.  

Neues Führungsmodell

Die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit ist dem Unternehmen gemäss Mitteilung seit langer Zeit ein wichtiges Anliegen. So würden Entwicklungen wie Home Office und familienfreundliche Arbeitsbedingungen seit Jahren unterstützt. Das Teilzeitmodell ist per 1. Januar 2020 auch in der obersten Führungsriege der Hug AG angekommen: Neu teilen sich Anna Hug (5. Generation), Co-Geschäftsleiterin Märkte, und Andreas Hug (4. Generation), Co-Geschäftsleiter Operations, die Leitung des Unternehmens. «Die Erarbeitung dieses Co-Leitungsmodells stand in den letzten Jahren im Rahmen des Wechsels in der Familienführung von der 4. in die 5. Generation im Vordergrund,» sagt Werner Hug, welcher sich zunehmend auf die Arbeit des aktiven Verwaltungsrats-Präsidenten konzentrieren will. Darüber hinaus arbeiten heute bereits vier der neun Geschäftsleitungsmitglieder sowie 27% der 75 im Management tätigen Mitarbeitenden Teilzeit. 

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