11.12.2016 11:59
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Franzosen wollen Zuckerproduktion steigern
Auf die Abschaffung der Zuckerquoten im Herbst 2017 werden Frankreichs Rübenerzeuger voraussichtlich mit einer deutlichen Produktionssteigerung reagieren.

 Ab dem Wirtschaftsjahr 2017/18 sei eine Ausdehnung des Zuckerrübenanbaus um 20 % wahrscheinlich, prognostizierte der Präsident der französischen Vereinigung der Rübenproduzenten (CGB), Eric Lainé, Anfang Dezember bei der Hauptversammlung des Verbandes. Nachdem 2015/16 und 2016/17 das Angebot im weltweiten Mittel unter der Nachfrage gelegen habe, sei das Preisniveau gestiegen und der Markt erhole sich. Das lasse die französischen Rübenbauer optimistisch in die Zukunft blicken, erklärte Lainé.

CGB-Generaldirektor Alain Jeanroy erwartet für 2017/18 eine Zunahme der Zuckerproduktion in Frankreich auf 5,8 Mio t, das wäre 1 Mio t mehr als im Schnitt der vergangenen vier Jahre. Da die europäischen Märkte gesättigt seien, werde der Absatz auf Länder in Afrika südlich der Sahara und des Mittleren Ostens ausgerichtet, wohin Frankreich zwischen 1 Mio t und 2 Mio t Zucker verkaufen könne, schätzt die CGB. Als größter Zuckerexporteur unter den EU-Ländern sei Frankreich mit seinen Verarbeitern für die Belieferung des Weltmarktes gut aufgestellt. Die großen Zuckerunternehmen des Landes verfügen dem Verband zufolge über entsprechende Lagerkapazitäten in den Häfen, so Sénalia in Rouen für 60 000 t, Tereos in Calais für 67 000 t und Cristal Union in Dünkirchen für 85 000 t. Zudem investiere Tereos in die Ausfuhr über Antwerpen, wo Lagerkapazitäten für 260 000 t Zucker bestünden.

Bedingt durch die Beschränkungen der Welthandelsorganisation (WTO) darf die EU laut Jeanroy jährlich nur rund 1,37 Mio t Zucker auf den Weltmarkt exportieren. Mit Wegfall der Quote könne sich diese Menge jedoch auf 3 Mio t bis 4 Mio t erhöhen. Marktchancen nach der Liberalisierung des Zuckersektors sieht die CGB auch für Bioethanol aus Rüben, dessen Erzeugung in der EU nach Expertenschätzungen von 55,4 Mio hl im Jahr 2014 auf bis zu 75 Mio hl im Jahr 2020 steigen könnte. Der Vorschlag der EU-Kommission, den konventionellen Biokraftstoffanteil von derzeit maximal 7,0 % bis zum Jahr 2030 auf 3,8 % zu senken (AgE 49/16, EU-Nachrichten 1), gefährde jedoch die guten Perspektiven des Sektors.

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