14.03.2016 08:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Neuseeland
Fonterra: Düstere Milchpreisprognose
Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra rechnet im laufenden Jahr nicht mehr mit einer nachhaltigen Verbesserung der Lage am Weltmilchmarkt und hat deshalb seine Prognose für den Produzentenpreis erneut nach unten korrigiert.

Wie das Unternehmen am Dienstag vergangener Woche mitteilte, können die Milchbauern in der bis Ende Mai laufenden Saison 2015/16 nur noch mit einem Basispreis von 3,90 NZD (2,58 Fr.) pro Kilogramm Milchfeststoff rechnen.

Liquiditätshilfen für Bauern

Bereits Ende Januar hatte die Molkerei ihre Erwartungen für den Auszahlungspreis um 0,45 NZD (0,3 Fr.) heruntergeschraubt. Im Herbst war man für die laufende Saison noch von einem Basispreis in Höhe von 4,60 NZD (3,04 Fr.) je kg Milchfeststoff ausgegangen. Zusammen mit der unverändert angenommenen Vergütung von Genossenschaftsanteilen dürfte die Auszahlungsleistung 2015/16 nun bei 4,40 NZD (2,91 Fr.) liegen. Das wäre das niedrigste Niveau seit zehn Jahren.

Der Fonterra-Vorsitzende John Wilson begründete die gesenkte Milchpreisprognose mit der fortgesetzt schwierigen Situation am Weltmarkt. Er betonte, dass sich Fonterra voll auf die Reduzierung von Kosten und die Profitmaximierung konzentrieren werde und stellte den Bauern erneut Liquiditätshilfen in Aussicht. Diese hatte das Unternehmen bereits in der zweiten Jahreshälfte 2015 gewährt, das Programm jedoch zum Jahreswechsel beendet.

NZ: Bauern senken Produktion


Fonterra-Geschäftsführer Theo Spierings sieht den globalen Milchmarkt bereits seit 18 Monaten im Ungleichgewicht, weil die grossen Nachfrager Russland und China weniger importierten und die EU-Milcherzeugung stärker expandiere als gedacht. Vor allem die EU müsse auf die niedrigen Preise reagieren und weniger produzieren, betonte Spierings.

In Neuseeland würden die Bauern dies bereits tun, indem sie ihre Milchkuherden verkleinerten und weniger Kraftfutter gäben. Die neuseeländische Milcherzeugung dürfte deshalb 2015/16 gegenüber der Vorsaison in der Menge um 4% abnehmen. Der Fonterra-Geschäftsführer erwartet bis zum Jahreswechsel keine wesentliche Veränderung der globalen Marktlage. Lediglich eine Abnahme der zur Verfügung stehenden Exportmengen könnte die Preise für Milcherzeugnisse doch noch früher steigen lassen als gedacht.

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