6.07.2017 17:52
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Bigler
Konservenerbsen
Erbsen gehäckselt statt gedroschen
Aussergewöhnliche Situation auf dem Drescherbsenmarkt: Weil das Wetter die Erntestaffelung zunichte gemacht hat, mussten einige Produzenten ihre Felder vernichten. Wie sie entschädigt werden, steht noch nicht fest.

Drescherbsen für die Produktion von Tiefkühl- oder Dosenerbsen werden gestaffelt ausgesät. Dadurch werden die Felder nacheinander reif, und die Ernte mit den speziellen Dreschern sowie die Verarbeitung können gestaffelt stattfinden. Dieses Jahr hat jedoch das Wetter den Produktionsplanern einen Strich durch die Rechnung gemacht: Der Frost Ende April hat die Kulturen zurückgeworfen und die Hitze im Juni hat sie in der Reife beschleunigt. Dadurch wurden viele Felder gleichzeitig erntereif.

Logistikprobleme

Das hat offenbar zu Logistikproblemen bei der Erbsen-Verarbeiterin Frigemo geführt. «Durch die massive Konzentration konnten gewisse Flächen nicht geerntet werden», bestätigt Jürg Habegger, Leiter Produktionsbetriebe, bei Fenaco. Die Fenaco-Tochter Frigemo in Mellingen AG ist neben Hilcona in Schaan FL und Ditzler in Möhlin AG einer der drei Abnehmer für Schweizer Drescherbsen.

Wie viele Hektaren gesamtschweizerisch vernichtet werden mussten, kann Habegger noch nicht beziffern, da die Ernte noch voll im Gange sei. Auch ob der Flächenausfall für die Frigemo ein Problem darstelle, könne noch nicht abschliessend beurteilt werden. Zur Entschädigung der betroffenen Landwirte sagt Habegger: «Die betroffenen Produzenten werden gemäss Branchenvertrag entschädigt, die Höhe der Entschädigung steht allerdings noch nicht fest.»

Hilcona erfolgreich

Auch für Hilcona stellte die Erbsenernte 2017 eine Herausforderung dar, wie sie auf Anfrage schreibt. Doch sei sie dank des guten Zusammenspiels zwischen Produzenten und Hilcona erfolgreich verlaufen. Hilcona habe ihren Betrieb bei Bedarf auch über die Wochenenden aufrecht erhalten, um dieses Resultat zu erzielen. «Die Ausfälle bei unseren Produzenten waren wie in den Vorjahren minimal und nicht durch Logistikengpässe begründet», schreibt das Liechtensteiner Unternehmen.

Frigemo kündigt an: Nach der Ernte werde das bisherige – für normale Wetterkonditionen erfolgreiche Planungsmodell – in der Branche analysiert und bei Bedarf angepasst.

 

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