13.02.2018 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Fleischmarkt
Bell: Umkämpfter Heimmarkt
Der Schweizer Fleischverarbeiter Bell ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Den Jahresgewinn steigerte Bell um 5,9 Prozent auf 106,5 Millionen Franken. Der Umsatz stieg ebenfalls um 5,9 Prozent und lag bei 3,6 Milliarden Franken.

Zum Wachstum beigetragen hätten die verschiedenen Zukäufe der letzten Jahre, teilte Bell am Dienstag mit. Zusätzlich verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben operative Fortschritte in der Schweiz, Deutschland und in Polen.

Schweiz: Festtagsgeschäft ungenügend

Mit gestiegenen Rohstoffpreisen zu kämpfen hatten die Divisionen Bell Deutschland und Bell International. Allerdings stärkte Bell im vergangenen Jahr das Geschäftsfeld Convenience mit der vollständigen Übernahme des Frisch-Fertiggerichte-Produzenten Hilcona, des Salat-Anbieters Eisberg sowie der Akquisition der auf vegetarische Produkte und Teigwaren spezialisierten Frostag Food-Centrum AG in Landquart.

In der Schweiz hatte Bell mit einem stagnierenden, teilweise rückläufigen Markt für Fleisch und Charcuterie-Produkte zu kämpfen. Die Coop-Tochter führt dies auf den Einkaufstourismus und den steigenden Konkurrenzkampf im Detailhandel zurück. Das Festtagsgeschäfte an Ostern und Weihnachten erfüllte die Erwartungen nicht, hingegen verlief die Grillsaison erfreulich. Nach eigenen Angaben konnte Bell die Marktanteile steigern. Der Umsatz stieg um 53 Millionen auf 1.96 Mrd. Franken. Das Absatzvolumen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1.2 Prozent auf 125.5 Mio. Kilo.

Starkes Wachstum in Österreich


Die Division Bell International verzeichnete 2017 erneut ein Wachstum. Dazu beigetragen haben gemäss Bell insbesondere die gute Performance des Geflügelspezialisten Hubers in Österreich und Deutschland sowie die erfreuliche Steigerung der Absatzmengen in Polen und Ungarn. Der Umsatz erhöhte sich um 16 Prozent auf 610 Mio. Fr. Das Umsatzvolumen stieg um 21 Prozent auf 159 Mio. Kilo. 

In der Division Bell Deutschland übten die stark gestiegenen Rohmaterialpreise Druck auf die Bruttomargen aus. Dank erfolgreichen Absatzförderungsmassnahmen konnte Bell Deutschland in einem leicht zunehmenden Charcuterie-Markt überproportional wachsen und in allen Produktsegmenten Marktanteile gewinnen. Gut entwickelt hat sich auch der Markt Spanien. Der Umsatz erhöhte sich um 6.9 Prozent auf 477 Mio. Fr. Das Absatzvolumen stieg um 6.8 Prozent auf 72.4 Mio. Kilo.

Convenience-Geschäft Wachstumstreiber

Das Convenience-Geschäft ist ein wichtiges Standbein des Konzerns. Der Umsatz erhöhte sich um 7.2 Prozent auf 618 Mio. Fr. Das Absatzvolumen steigerte Bell in diesem Segment um 7.9 Prozent auf 108 Mio. Kilo. Bio-Tofu aus Schweizer Sojabohnen produziert die Bell-Tochter Hilcona bereits seit 2016. Der Frisch-Fertiggerichte-Produzent wurde 2017 von Bell vollständig übernommen, ebenso der Salat-Anbieter Eisberg. Hilcona ihrerseits kaufte Anfang 2017 das Landquarter Unternehmen Frostag, das auf Teigwaren und vegetarische Produkte spezialisiert ist.

2018: Entspannung bei Rohmaterialpreisen

Für 2018 geht die Bell Food Group davon aus, dass sich die in der zweiten Jahreshälfte 2017 eingesetzte Entspannung bei den Rohmaterialpreisen fortsetzt und positiv auf die Margen auswirken wird. Weiter wachsen will das Unternehmen im Bereich Convenience. Dazu gehört die Akquisition von Hügli und die vollständige Übernahme des Frisch-Convenience-Spezialisten Hilcona. Bell baut derzeit im österreichischen Marchtrenk ein neues Werk, das ab Ende 2018 Schnittsalate, geschnittenes Gemüse und frische Fertigprodukte herstellen soll.

Erfolgversprechend zeigt sich überdies das Geschäft mit spanischem Schinken. Davon verkaufte Bell 2017 in ganz Europa mehr und investiert darum weiter in das Produkt. In der Nähe von Madrid wurde 2017 mit dem Bau eines Produktionsbetriebs für Serrano-Schinken begonnen, der 2018 die Produktion aufnehmen soll.

Die Bell Food Group gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Fleisch- und Convenience-Verarbeitern in Europa. Das Angebot umfasst Fleisch, Geflügel, Charcuterie, Seafood, Convenience-Produkte und Schnittsalate. Zu den Kunden der Marken Bell, Hilcona und Eisberg zählen der Retail, der Food Service sowie die Lebensmittelindustrie. Das Unternehmen beschäftigt 10'000 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 3.6 Mrd. Fr.

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