25.02.2016 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleisch
Bell baut neues Schweineverarbeitungswerk
Der Fleischverarbeiter Bell wird in den kommenden Jahren in der Schweiz einen dreistelligen Betrag in neue Verarbeitungswerke investieren. In Oensingen SO und Basel soll gebaut werden. Der Umsatz stieg wegen der Übernahme des Fertiggerichte-Produzenten Hilcona um 8,5 Prozent auf 2,82 Milliarden Franken.

Wie die Coop-Tochter am Donnerstag mitteilte, sollen auf dem Neudorfareal in Basel neue Werke im Bereich Charcuterie und Seafood (Fisch, Meerestiere) entstehen. Das Areal Elsässerstrasse wird mittelfristig umgenutzt oder veräussert. In Oensingen SO wird Bell neue Werke für die Schweineverarbeitung (Zerlegerei) und die Aufbereitung und Kommissionierung von Frisch- und Tiefkühlprodukten realisieren. Der bestehende Schlachthof soll mit einem Bau erweitert werden.

Mit den Investitionen im dreistelligen Millionenbereich will Bell den Grundstein für eine noch leistungsfähigere Produktion in der Schweiz legen. Mit einem Planungshorizont von 2016 bis 2025 werden die Projekte ausgearbeitet und in den nächsten zwei Jahren zur Entscheidungsreife gebracht.

Hilcona war Treiber

Der Umsatz stieg wegen der Übernahme des Fertiggerichte-Produzenten Hilcona um 8,5 Prozent auf 2,82 Milliarden Franken.Der Schweizer Fleischverarbeiter Bell hat 2015 seinen Gewinn um 8 Prozent auf 94,8 Millionen Franken gesteigert. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) wuchs um 19,8 Prozent auf 235 Millionen Franken. Der Bruttogewinn überschritt erstmals die Schwelle von 1 Milliarde Franken.

Das abgesetzte Volumen legte um 27,7 Prozent auf 375'308 Tonnen zu. Damit konnte der frankenmässige Umsatz nicht mithalten. Bell musste währungsbedingte Umrechnungsdifferenzen von 89 Millionen Franken einstecken. Hinzu kamen Preisnachlässe von 13 Millionen Franken, welche zusätzlich den Umsatz belasteten. Wichtigster Wachstumstreiber 2015 war die Vollkonsolidierung der Liechtensteiner Hilcona. Hinzu kamen die Konzentration auf renditestarke Produkte und eine Bereinigung des Sortiments.

Bell Schweiz konnte Absatz erhöhen

Bei Bell Schweiz verringerte sich der Umsatz aufgrund der Minusteuerung und der erhöhten Aktionstätigkeit um 0,5 Prozent auf 1,85 Mrd. Fr  (-9 Mio. Fr.). Die Division ist aber für 66 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich. Das Absatzvolumen hingegen stieg um rund 1,1 Prozent auf 123‘000 Tonnen. 44 Prozent des gesamten Gruppen-Absatzvolumen wird von Bell Schweiz erzeugt.

Den höheren Absatz in der Schweiz begründet das Unternehmen mit den guten Saisongeschäften bei Grill und Festtagen sowie erfolgreichen Verkaufsförderungsmassnahmen. Bell habe Marktanteile gewonnen, heisst es im Communiqué von Donnerstag. Der gesunkene Umsatz wird auf die Minusteuerung zurückgeführt. Insgesamt habe sich Bell in der Schweiz in einem schwierigen Umfeld mit einem weiter wachsenden Einkaufstourismus gut behauptet. Die Steigerung kam trotz wachsendem Einkaufstourismus zustande. Der Ertrag dank eines effektiven Kostenmanagements und einer höheren Produktivität gesteigert werden.

Schwieriges Auslandgeschäft

In der Division Deutschland sank der Umsatz in Euro um 1,6 Prozent, in Franken sogar um 13,6 Prozent auf noch 423 Millionen. Die Absatzmenge sank um 1,7 Prozent.

Bei Bell International ging der Umsatz um 17,5 Prozent auf 225 Mio. Fr. (-48 Mio. Fr.) zurück. Bereinigt um Währungsumrechnungen und die abgestossenen Filialen in der Slowakei und in Tschechien liegt der Umsatz über Vorjahr. Das Absatzvolumen wuchs um 7,0 Prozent auf 35‘000 Tonnen.

Auch in den internationalen Geschäftsfeldern habe die Rohmaterial-Minusteuerung nominalen Einfluss auf die Umsätze gehabt, schreibt Bell. Die Sortimentsbereinigungen zugunsten wertschöpfungsstärkeren Sortimenten sei konsequent fortgeführt worden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE