19.01.2018 14:27
Quelle: schweizerbauer.ch - Fabian Sommer
Zucker
Angebot deutlich über Verbrauch
Die fünf grössten Zuckererzeugungsländer haben 2017/2018 mehr Zucker produziert. Das wirkte sich auf die Zuckerpreise aus.

Schätzungen des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten USDA aus dem vergangenen November zeigen, dass die fünf grössten Zuckererzeugungsländer der Welt die Produktion zum Teil markant gesteigert haben. Dazu gehören Brasilien, Indien, die EU, Thailand und China (siehe Grafik). Zusammen sorgen sie für einen Anstieg der Weltproduktion um fast 13 Mio. Tonnen auf insgesamt 185 Mio. Tonnen.

Besonders hoch war der Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Indien (+25 %) und in der EU (+22 %), wie die deutsche «Agrarzeitung» berichtete. In der EU produzieren Frankreich und Deutschland deutlich am meisten Zucker, gefolgt von Polen. Im Süden kommen noch nennenswerte Mengen aus Spanien und im Norden aus Dänemark. Das Zuckerangebot in dieser Saison wird den globalen Verbrauch, gemäss Schätzungen des Analystenhauses Green Pool in Australien, um fast 11 Mio. Tonnen übersteigen.

Dass die Börsenkurse nicht immer die tatsächlichen Marktverhältnisse widerspiegeln, zeigte sich in den letzten Wochen. Die Kurse von Rohr- und Weisszucker legten eine regelrechte Berg- und Talfahrt hin, Anfang Januar lagen sie um mehr als zehn Prozent über denen vom 15. Dezember. Dies lag an Spekulationen und an der Abwertung des US-Dollars gegenüber mehreren Währungen wie zum Beispiel dem brasilianischen Real. Brasilien ist der grösste Zuckerlieferant am Weltmarkt.

Ein Anstieg der globalen Zuckerpreise wäre auch ein gutes Zeichen für die Schweizer Rübenproduzenten, schliesslich hängt der Schweizer Zuckerpreis stark vom Weltmarktpreis ab. Allerdings ist der Anstieg der Kurse um 10 Prozent, nach dem Preiszerfall von 20 Prozent im letzten Jahr, nur ein schwacher Trost. Die Prognosen von Marktexperten, die ein Ende des Preisanstiegs vorausgesehen haben, haben sich aber mittlerweile bewahrheitet. So sind die Kurse seit Anfang Januar gefallen, aktuell liegen sie wieder auf dem Niveau vom 19. Dezember. 

 

 

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