16.04.2016 12:43
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Deutschland
Aldi, Lidl und Co. geraten unter Druck
Aufgrund höheren Wohlstandes ändert sich das Einkaufsverhalten der Deutschen. Die Discounter müssen reagieren.

«Geiz ist geil» gilt nicht mehr: Der Mehrheit der Deutschen sei Qualität inzwischen beim alltäglichen Einkauf wichtiger als der Preis, schrieb kürzlich die Online-Ausgabe der «WirtschaftsWoche» und berief sich dabei auf aktuelle Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Discounter wandeln sich

Seien es lange Zeit die Discounter gewesen, die die klassischen Supermärkte das Fürchten lehrten, habe sich das inzwischen umgekehrt. «Beflügelt von Lohnsteigerungen, niedriger Inflation und sicheren Arbeitsplätzen kaufen die Bundesbürger wieder öfter im Supermarkt, auch wenn sie für die grössere Auswahl und den Service etwas tiefer in die Tasche greifen müssen», so wiwo.de. Die Supermärkte vergrösserten 2015 ihren Marktanteil spürbar zulasten der Discounter.

Aldi, Lidl und Co. sind inzwischen dabei, den sich wandelnden Kundenwünschen in Deutschland Rechnung zu tragen. So nimmt etwa Aldi, der lange Zeit ganz auf Eigenmarken setzte, immer mehr Markenartikel in sein Angebot auf. Auch Champagner in der Magnumflasche oder mindestens 16 Monate gereifter spanischer Serrano-Schinken finden sich inzwischen während Premium-Aktionen in den Regalen der Discounter. 

Nicht zu schick sein

Auch bei der Ladengestaltung rüsten die Discounter auf. Im neuen Aldi-Markt in Kirchseeon bei München etwa soll nicht nur Hintergrundmusik den Einkauf angenehmer machen, es gebe dort auch einen Kaffeeautomaten mit Sitzbank zum Ausruhen und eine Kundentoilette mit Wickeltisch, weiss das Wirtschaftsmagazin.

Schon gebe es erste Stimmen, die die Discounter davor warnten, ihre Selbstveredelung zu übertreiben: «Ein Discounter darf nicht schick sein. Das würde sein Preisimage beschädigen», mahnt Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU. In der Schweiz haben Aldi und Lidl von Anfang an auch auf hochwertige Produkte gesetzt, im Wissen, dass sich auch die meisten Schweizer nicht nur vom Preis leiten lassen. 

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