22.06.2016 11:27
Quelle: schweizerbauer.ch - gro/blu
Deutschland
46'000 ha Betrieb droht Insolvenz
KTG Agrar, das mit 46'000 bewirtschafteten Hektaren in Ostdeutschland, Bayern, Litauen und Rumänien zu den grössten Agrarunternehmen Europas zählt, drohe die Zahlungsunfähigkeit. Dies berichten verschiedene Online-Portale.

Am Montag lief die selbst gesetzte Fristverlängerung für die Zahlung von 18 Mio. Euro (19,6 Mio. Fr.) Zinsen aus. Der Betrag war bereits vor 14 Tagen fällig, der Agrarriese hatte mit seinen Geldgebern aber einen Aufschub von zwei Wochen ausgehandelt. Endgültige Limite zur Zahlung ist der 6. Juli. 

Die Aktie des Hamburger Konzerns sei seit der Präsentation der Unternehmenszahlen 2015 im Mai ziemlich abgestürzt, schreibt ARD.de. Das Unternehmen hatte einen Umsatz von 326,5 Mio. Euro (355 Mio. Fr.) und damit einen Zuwachs um 92,4 Mio. Euro vermeldet. Der Gewinn sank aber von 6,4 Mio. auf 3,6 Mio. Euro. Das Marktumfeld 2015 sei geprägt von niedrigen Produktpreisen gewesen, hiess es.

KTG Agrar produziert Agrarrohstoffe, erneuerbare Energie und Lebensmittel, vor allem Getreide, Kartoffeln, Soja und Raps. Ein Teil der Flächen wird biologisch bewirtschaftet, was KTG Agrar zum grössten Biobetrieb Europas macht. Das Unternehmen ist seit 2007 an der Börse und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter.

Von der Insolvenz von KTG Agrar wären ganze Landstriche betroffen, sagt die grüne Europaabgeordnete Maria Heubuch gemäss topagrar.com. Die Bäuerin fordert wirkungsvolle Instrumente gegen die Konzentration von Agrarflächen in den Händen weniger Unternehmen.

Schnell herumgesprochen haben sich die finanzielle Probleme des Unternehmens bei den ostdeutschen Bauern Die KTG Agrar gehört aus ihrer Sicht zu jenen ungeliebten Agrarunternehmen, die Pachten genauso in die Höhe treiben wie die Preise für Ackerland, schreibt die "Süddeutche Zeitung". 

Das schreibt KTG Agrar

Bedauerlicherweise haben „Kommentatoren“ aus unserer Sicht wohl aus Unkenntnis der Geschäftslage und unserem Markt- und Erntepotenzial durch deren Berichterstattung, bei einigen Investoren für Unsicherheit gesorgt. Dies bedauern wir sehr. In wenigen Wochen beginnt die Ernte auf unseren Feldern. Bei rund 46'000 Hektar und derzeit günstiger Witterungslage erwarten wir ein Erntevolumen von deutlich über 60 Mio. Euro – erheblich mehr als im Vorjahr. Wir sind der festen Meinung, dass sich die Frage nach Agrarrohstoffen insbesondere auch im Bio- und Veganbereich, in welchem wir sehr stark tätig sind, weiter sehr gut entwickeln wird. Auch verspüren wir für Getreide wieder eine deutlich steigende Exportnachfrage. Wir sind derzeit in aussichtsreichen Kontraktverhandlungen aus der Ernte 2016 und folgende.

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