17.07.2019 18:08
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Zuckerrüben
44 Franken pro Tonne Rüben
Die Interprofession Zucker setzt auf Stabilität und zahlt auch für das vergangene Jahr 44 Franken pro Tonne Rüben. Der angestrebte Preis wurde um einen Franken übertroffen. 2020 wurde der Richtpreis bei 44 Fr./t festgelegt.

Die Situation auf dem Zuckermarkt ist angespannt. In der EU wurden die Mengen ausgedenhnt. Dies führte gemäss der Interprofession zu einem Preiszusammenbruch und zu massiven Verlusten bei grosseneuropäischen Zuckerfirmen. Diverse Fabrikschliessungen sind angekündigt. Auch in der Schweiz war die Kampagne 2018 mit schlechten Erträgen, tiefen Zuckergehalten und historisch tiefen Zuckerpreisen schwierig. 

Kontinuität 

Die Branchenorganisation ist deshalb auf Kontinuität bedacht. Dies auch deshalb, weil in der Schweiz stetig weniger Zuckerrüben kultiviert werden. 2018 bewirtschafteten noch 4'629 Zuckerrübenpflanzer insgesamt 18'933 Hektaren konventionell und 66 Hektaren Bio. Trotz der angespannten Situation im internationalen Umfeld setzt Interprofession Zucker den definitiven Rübenpreis 2018 auf 44.-/t fest, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Der Preis bleibt somit auf Vorjahresniveau und liegt 1 Franken über dem Richtpreis. 

Der Preis setzt sich aus dem Grundpreis von 39 Fr./t sowie der Auflösung von Rückstellungen von 5 Fr./t zusammen. Die Auszahlung einer variablen Komponente sei aufgrund des Betriebsergebnis der Schweizer Zucker AG (SZU) nicht möglich, heisst es weiter. Das durchschnittlich ausbezahlte Rübengeld beträgt inklusive Zuschläge insgesamt 56 Fr./t.

Bund mit Hilfe bis 2021

Um die benötigte Zuckerproduktion von 256'000 Tonnen zu erreichen, bleiben 2019 und 2020 der Grund- und Richtpreis unverändert. Die Treuprämie steigt auf 2 Fr./t, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Mit dem stabilen Rübenpreisen und dem auf 2100 Fr. erhöhten Einzelkulturbeitrag hofft die Interprofession, dass genügend Rüben angebaut werden. Die Nachfrage sei gut. "Neue Produzenten aus der ganzen Schweiz sind willkommen", heisst es in der Mitteilung weiter. 

Der Bundesrat hatte im November 2018 beschlossen, den Einzelkulturbeitrag um 300 auf 2'100 Franken pro Hektare zu erhöhen und den Mindestgrenzschutz auf 7 Franken pro 100 Kilo Zucker festzulegen. Die Stützung ist bis 2021 befristet. 

Anpassungen bei der Transportentschädigung

Die SZU setzt nach der letzten Kampagne verschiedene Verbesserungsmassnahmen im Bereich Logistik und Datenverarbeitung um. Dank der Umlagerung von der Transportentschädigung in den Rübenpreis von 2 Fr./t und der Einführung neuer Übernahmemodelle 2018 konnten zwar in einigen Regionen die Mengen stärker gebündelt werden. Es entstanden aber Unterschiede zwischen den bilateral ausgehandelten Transporttarifen für Genossenschaften und der in der Branchenvereinbarung festgelegten Transportentschädigung für den individuellen Transport. Um die Differenzen zu verkleinern, wird in der Branchenvereinbarung 2019 der Grundbeitrag für den Transport beim individuellen Transport von 1.40 Fr. auf 1.90 Fr. erhöht. Für 2020 hat sich die Interprofession auf eine weitere Anpassung der Tarife geeinigt: Der Grundbeitrag steigt auf 2 Fr. und die Entschädigungen pro km werden leicht angepasst. Im Gegenzug müssen die Pflanzer in allen Übernahmemodellen die Frachtkosten für den Fremdbesatz ab 10% selber übernehmen. Mittelfristig setzt die Interprofession auf ein einheitliches Übernahmemodell, welches in den nächsten Monaten erarbeitet wird.

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