10.02.2013 10:07
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Biomarkt
«2033 könnte 20 Prozent der Agrarfläche biologisch bewirtschaftet werden»
Coop-Chef Joos Sutter wehrt sich gegen Vorwürfe, wonach grosse Detailhändler mit ihren Bioangeboten kleine Ketten wie etwa Vatter in Bern verdrängen. «Das glaube ich nicht», sagt er im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

«Es geht den Einzelnen umso besser, je stärker der Gesamtmarkt wächst», sagt er. Für kleine Anbieter würden Nischen entstehen. «Wir machen ihnen das Leben nicht schwerer. Im Gegenteil: Coop hat Bio einer breiten Öffentlichkeit erst bekannt gemacht» sagt Sutter.

Coop habe mit Bio den Nerv der Zeit getroffen. Ziel sei es gewesen, biologisch produzierte Produkte zu einem Preis anzubieten, den sich alle leisten können. 1993 habe Coop die Bauern aufgerufen, auf Biolandbau umzustellen. "Innerhalb unserer Firma löste Bio viel Dynamik aus. Wichtig war und ist unsere enge Partnerschaft mit dem Verband der Biobauern, Bio Suisse", so Sutter.

Die Margen bei Bioprodukten seien nicht höher, sagt er weiter. «Ich sage Ihnen warum. Ein Händler muss über alle Produktegruppen konkurrenzfähig sein.» Bei zu hohen Margen würden andere Anbieter in den Markt vorrücken. «Höhere Margen generiert man höchstens dort, wo man mit viel Geld etwas Neues lanciert hat.»

Als Gesamtes rechne sich Bio aber schon. Angesprochen auf den Preiskampf sagt Sutter: «Solange Handel existiert, gibt es Preiskämpfe.» Im Ausland wolle Coop aber nicht Fuss fassen, denn die Märkte seien bereits hart umkämpft.

Auf die Frage, ob dank Coop nun mehr Bauern auf den Biolandbau umstellen, betont Sutter, dass es wichtig sei, neue Produkte zu entwickeln. Das würde die Bauern dazu bringen, ihren Betrieb umzustellen. "Man muss sehen: Naturaplan wäre nie so gross geworden, wenn da nicht ein starker Trend gewesen wäre. Hält dieser an, werden weitere Bauern einsteigen", betont der Coop-Chef. Für den Detailhändler müsse aber die Rechnung aufgehen.

Sutter blickt auch in die Zukunft. Heute habe die Schweiz 6000 Biobauern, welche 11 Prozent der Agrarfläche bewirtschaften. "In zwanzig Jahren könnten wir bei 15 bis 20% liegen. Die konventionelle Landwirtschaft wird aber stets grösser bleiben", macht Sutter deutlich.

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