9.02.2016 13:42
Quelle: schweizerbauer.ch - Heinz Röthlisberger
Strassenverkehr
Front-Kamerasysteme als Alternative
Seit 2008 sind auf Frontanbaugeräten V-Spiegel obligatorisch. Immer mehr zum Thema werden Kamera-Monitor-Systeme. Auch in der Schweiz steht diese neue Technik zur Debatte. Noch gibt es einiges abzuklären.

Das Problem ist bekannt. Wer mit Traktor und Frontmähwerk unterwegs ist, sieht bei einer unübersichtlichen Ausfahrt oft nicht immer ganz genau, ob sich von links oder von rechts ein Fahrzeug nähert. Deshalb sind in der Schweiz auf jedem Frontanbaugerät seit 2008 V-Spiegel, auch Seitenblickspiegel genannt, obligatorisch. 

Eingabe an das Astra

Benötigt werden dazu Weitwinkelspiegel, damit der überblickbare Bereich genügend gross ist. Immer mehr zum Thema werden seit einiger Zeit sogenannte Kamera-Monitor-Systeme, die dem Fahrer Bilder in Echtzeit auf einen Monitor in der Kabine liefern. Entsprechende Systeme sind am Markt vorhanden und haben vor allem in Deutschland bereits zu Diskussionen über die Art und Weise der Zulassung geführt.

Auch in der Schweiz ist man längst auf die Vorbau-Kamerasysteme aufmerksam geworden. «Wir werden voraussichtlich noch 2016 eine entsprechende Eingabe beim Bundesamt für Strassen Astra vornehmen», sagt Hans Stadelmann von der Beratungsstelle für Unfallverhütung BUL. Ziel sei es abzuklären, welche Anforderungen solche Kamerasysteme erfüllen müssen, damit diese im Strassenverkehr legal eingesetzt werden können. Denn auch die BUL sieht in diesen Überwachungskameras durchaus Potenzial, die Sicherheit mit Frontanbaugeräten insbesondere bei Strassenausfahrten  weiter zu erhöhen.

V-Spiegel können nicht mehr alles abdecken

«Die heute obligatorischen V-Spiegel können zur Erhöhung der Sicherheit beitragen, wenn sie gross und bombiert sind», sagt Stadelmann. Doch auch mit diesen habe der Traktorfahrer nicht immer eine 100-prozentige Übersicht nach links und nach rechts. Vor allem dann nicht, wenn der Traktor etwas schräg zur Fahrbahn stehe. Dann können die V-Spiegel nicht mehr alles abdecken.

Hinzu komme, dass  die immer grösser werdenden Maschinen die Sicht für den Fahrer hin zu den Spiegeln zunehmend erschweren würden. «Kamerasysteme könnten diese Probleme lösen», sagt Stadelmann. Wichtig sei aber, dass diese praxistauglich und zuverlässig seien.

Frühestens 2018

Bis solche Kamerasysteme offiziell in der Schweiz erlaubt sind, kann es allerdings noch eine Weile dauern. Sollte das  Astra grünes Licht geben, sei es aber nicht das Ziel, die doch etwas kostengünstigeren V-Spiegel zu verbieten. «Auch in Zukunft soll es weiterhin möglich sein, die V-Spiegel auf Frontgeräten einsetzen zu können», sagt Stadelmann.

Vorbau-Kamera

Ein Vorbau-Kamerasystem funktioniert so, dass dem Fahrer Bilder in Echtzeit auf einen Monitor in die Kabine geliefert werden. Dazu sind zwei Kameras auf dem Frontanbaugerät montiert. Die eine überwacht den linken, die andere den rechten Seitenbereich vor der Fahrzeugfront. In der Traktorkabine werden die von den Kameras gelieferten Bilder im Split-Screen-Verfahren auf einem geteilten Monitor angezeigt, sodass der Fahrer den Raum vor seinem Fahrzeug sowohl nach links als auch nach rechts hin angezeigt bekommt. röt

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