16.12.2012 09:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Trotz tieferer Einkommen kaufen Österreichs Bauern mehr Traktoren
Trotz teils massiver Ernteverluste und steigender Kosten für Betriebsmittel und Energie, die in Österreichs Landwirtschaft in diesem Jahr zu realen Einkommensverlusten geführt haben, bleiben die Bauern optimistisch und investieren nach wie vor in neue Landtechnik.

Wie die Statistik Austria und der Club Landtechnik Austria vergangene Woche mitteilten, ist das Investitionsklima in der Landwirtschaft so hoch wie seit langem nicht. So steuert der Traktorenabsatz auf die höchsten Absatzzahlen seit fünf Jahren zu, und auch der Mähdrescherabsatz boomt.

Positive Preisentwicklung bei Milch und Ackerkulturen

Laut Zulassungsstatistik wurden von Januar bis Ende November 2012 in Österreich 6'587 neue Standardtraktoren verkauft. Das sind 611 Schlepper mehr als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres und so viele wie seit 2007 nicht mehr, als 6'487 Stück abgesetzt werden konnten.

Auch die Nachfrage nach Mähdreschern ist in der Alpenrepublik rasant gestiegen. Bis knapp vor Jahresende wurden 190 Maschinen verkauft. Im Vergleichszeitraum 2011 waren es lediglich 164 Maschinen. Auf Vorjahresniveau bewegen sich die Verkaufszahlen von Obst- und Weinbautraktoren mit 273 Stück. Hier liegt der Absatz jedoch um 71% höher als 2007.

Gründe für die nach wie vor große Investitionsfreudigkeit vieler Bauern nennen Landmaschinenhändler die zuletzt überwiegend positive Preisentwicklung bei Milch und einzelnen Ackerkulturen.

Verliert Steyr seine Spitzenposition an John Deere?

Derweil liefern sich die beiden Branchenführer, John Deere und Steyr, ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Marktführerschaft bei den gängigsten Traktorentypen. John Deere hatte zuletzt mit 1'283 Traktoren acht Stück mehr verkauft als der Lokalmatador Steyr. Beide Hersteller ringen noch in den letzten Tagen des Jahres um unentschlossene Käufer. Behält John Deere die Nase vorn, würde die Traktorenmarke Steyr erstmals in ihrer langjährigen Geschichte die führende Marktstellung im eigenen Land verlieren.

Besonders positiv liefen die Geschäfte in diesem Jahr auch für New Holland und Massey Ferguson. Hinter den Absatzzahlen aus 2011 zurück liegen der Tiroler Traktorenhersteller Lindner sowie Fendt und Same.

Das Mähdreschergeschäft war mit 53 verkauften Maschinen besonders für New Holland erfreulich, John Deere konnte 37 Mähdrescher absetzen. Unangefochtener Marktführer in diesem Segment ist aber weiterhin Claas mit 72 verkauften Einheiten.

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