3.02.2014 13:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Heinz Röthlisberger
Strassenverkehr
Tagfahrlicht als Alternative zum Abblendlicht
Mit Licht fahren am Tag. Das gilt seit Anfang Jahr auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Am Tag das Licht einschalten ist eine Gewohnheitssache. Eine Alternative wäre das Tagfahrlicht. Das schaltet automatisch ein und aus.

Licht an am Tag. So heisst es seit 1. Januar für alle Motorwagen und Motorräder, also für Personenwagen, Lieferwagen, Cars und Lastwagen. Dieses Lichtobligatorium am Tag gilt auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge wie Traktor, Mähdrescher, Zweiachsmäher oder Bergtransporter oder den Selbstfahrhäcksler. Das bestätigt das Bundesamt für Strassen Astra auf Anfrage.

40 Franken Busse

Wer das Abblendlicht am Tag nicht einschaltet, riskiert eine Busse von 40 Franken. Das Licht einschalten auch am Tag ist in der Regel eine Gewohnheitssache. Mit der Zeit denkt man automatisch daran. Bequemer geht es allerdings mit  sogenannten Tagfahrlichtern. Diese sind an die Zündung gekoppelt und schalten sich automatisch ein und aus sobald die Zündung eingeschaltet, resp. ausgeschaltet wird.

Beispiel Auto

Tagfahrlichter sind vorwiegend bei Personenwagen ein Thema. Bereits heute sind viele Automodelle mit Tagfahrlichtern ab Werk ausgerüstet. Grund dafür ist, dass Tagfahrlichter weniger Strom verbrauchen als Abblendlichter. Denn bei aktiviertem Abblendlicht leuchten nicht nur die Scheinwerfer- und Rücklichter, sondern oft auch noch etliches mehr. Der Mehrverbrauch wegen eingeschaltetem Licht kostet bei Personenwagen laut TCS durchschnittlich 35 Franken pro Jahr bei 15'000 zurückgelegten Kilometern.

Bei Traktoren schwieriger

Aus Sicht der Land- und Forstwirtschaft sieht es mit Tagfahrlichtern etwas anders aus. «Bisher gibt es kaum oder nur einzelne Traktorenmodelle, die ab Werk mit einem Tagfahrlicht oder mit einer automatischen Lichtausschaltung ausgerüstet sind», erklärt Ruedi Burgherr, Geschäftsführer der Beratungsstelle für Unfallverhütung BUL. «Dies bedeutet, dass der Lenker vor jeder Fahrt mit dem Traktor oder einem anderen landwirtschaftlichen Fahrzeug das Abblendlicht einschalten und beim Abstellen wieder ausschalten muss.»

Wer vergesse, das Abblendlicht auszuschalten, werde des Öftern Startprobleme haben, weil die Batterie entladen ist. «Eine Lösung wäre das Licht mit dem Zündschloss zu verbinden», sagt Burgherr. Weiterhelfen könne bei einer solchen Variante am besten der Landmaschinenfachbetrieb. «Dies ist die beste und sicherste Lösung.»

Nachrüstsets ab 100 bis 400 Franken

Eine andere Lösung wäre die landwirtschaftlichen Fahrzeuge mit den schon erwähnten Tagfahrlichtern nachzurüsten. Der Fahrer muss damit nicht ans Ein- und Ausschalten des Lichtes denken, weil es automatisch erfolgt. Allerdings muss sich das schon lohnen. Entsprechende Nachrüstsets kosten je nachdem zwischen 100 und 400 Franken. Hinzu kommen Kosten für die Montage.

Um wie viel der Dieselverbrauch steigt, wenn ein Traktor den ganzen Tag mit dem Abblendlicht fährt, hat bis jetzt noch niemand untersucht. Das ist auch nicht wirklich nötig. Wenn überhaupt, wird ein Diesel-Mehrverbrauch bei Landmaschinen nur marginal sein und im Gesamtverhältnis nicht gross ins Gewicht fallen.

Schon ab Werk?

Ob das Nachrüsten eines Traktors mit einem Tagfahrlicht technisch möglich ist, sollte ebenfalls mit dem Landmaschinenfachbetrieb abgeklärt werden. Früher oder später ist zu erwarten, dass neue Traktoren schon ab Werk mit Tagfahrlichtern ausgerüstet sind. So wie der neue Geotrac 134 ep des österreichischen Herstellers Lindner, der in Serie über LED-Tagfahrlichter verfügt.

Mehr zum  Thema:
http://www.bul.ch/de/fachthemen/strassenverkehr.html

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