4.07.2013 07:42
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Russland: Zollunion bestätigt Schutzzölle für Mähdrescher
Die Zollunionspartner Russland, Weissrussland und Kasachstan beschliessen einen Sondereinfuhrzoll von 26,7 Prozent für Getreidemähdrescher aus Drittländern. Damit sollen die Marktanteilsverluste der heimischen Hersteller gesenkt werden.

In den kommenden Jahren soll der Getreidemähdreschermarkt der Zollunionspartner Russland, Weissrussland und Kasachstan verstärkt gegen die ausländische Konkurrenz geschützt werden. Das hat die Eurasische Wirtschaftskommission (EWK) nach Abschluss einer entsprechenden Antidumping-Untersuchung am Dienstag vergangener Woche (25.6.) beschlossen.

Demnach soll bis Mitte März 2014 ein Sonderzoll auf die Importe von Mähdreschern und deren Bauteile aus Drittländern von 26,7 % erhoben werden, der in den beiden darauffolgenden Zwölfmonatszeiträumen mit 26,2 % beziehungsweise 25,7 % kaum geringer ausfallen wird. Die Abgaben lösen den bis zum Abschluss der Antidumping-Untersuchung geltenden vorläufigen Sonderschutzzoll von 27,5 % ab, der Ende Februar 2013 "zur Abwendung irreparabler Schäden" für die Landtechnikindustrie eingeführt wurde.

Einfuhr stark gestiegen

Die Antidumping-Studie wurde im Juli 2012 auf Antrag russischer Landmaschinenproduzenten eingeleitet und auch von weißrussischen Herstellern unterstützt. Mit dem russischen Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) im August 2013 musste der Regelimportzoll auf Getreidemähdrescher in der gesamten Zollunion von 15 % auf 5 % gesenkt werden.

Auf Grundlage des nun vorliegenden Antidumping-Berichtes begründete die EWK die Einführung der Marktschutzmassnahme: Bereits im Referenzzeitraum 2009 bis 2011 sei die Einfuhr von Getreidemähdreschern in die Zollunionsländer um 19,1 % gestiegen; zugleich hätten sich die Produktion um 5,1 % und die Verkäufe am heimischen Markt um 25,5 % verringert. Die Situation der Produzenten habe sich 2012 weiter verschlechtert.
 
Pläne für Kasachstan

Unterdessen sind neue Vorhaben der Zollunionsländer für den Aus- beziehungsweise Aufbau der Landtechnikproduktion in Kasachstan bekanntgegeben worden. Nach Angaben des russischen Herstellers Rostselmasch wurde am vergangenen Mittwoch (26.6.) ein Kooperationsvertrag mit der staatlichen kasachischen Leasing- und Finanzierungsgesellschaft KazAgroFinance unterzeichnet, der die gemeinsame Montage von Mähdreschern der Marke Vector 410KZ in einem Betrieb in der nördlichen Provinz Aqmola vorsieht.

Im April 2013 hatte die EWK den Antrag des kasachischen Landwirtschaftsministeriums abgelehnt, den vorläufigen Sonderschutzzoll von 27,5 % auf die Importe von Getreidemähdreschern auszusetzen. Der Initiator des Antrags, der nationale Bauernverband, wollte dadurch die erleichterte Einfuhr von jährlich 200 Maschinen ermöglichen.

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