8.08.2017 06:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Hasler
Strassenverkehr
Das grosse Anhänger-Wirrwarr
Auf dem Landwirtschaftsbetrieb sind das Auto und Anhänger wie Viehtransportwagen wichtige Helfer. Doch welche Gewichte sind massgebend, und wann benötige ich die Prüfung, um legal unterwegs zu sein?

Schnell angekoppelt und mit bis zu 80 km/h unterwegs. Das sind nur zwei Vorteile von Anhängern für den PW. Doch, wer den Fahrausweis für das Auto, bzw. Kategorie B, nach 2003 erworben hat, darf nicht alle Anhänger mitführen. Zudem geistern viele Gerüchte herum, wie «Ich darf diesen Anhänger leer ohne Anhängerprüfung fahren, jedoch nicht beladen». Und hier bereits der erste Hinweis: Dieses Gerücht ist hinsichtlich der Ausweiskategorie falsch. Mit diesem Artikel wollen wir nun etwas Licht ins Dunkle bringen. Bei allen Beispielen werden die Betriebssicherheit und die Bremsvorgaben als selbstverständlich erachtet.

Die Kategorie B

Wer nur die Kategorie B im Fahrausweis besitzt, der darf mit einem Fahrzeug dieser Kategorie nur einen Anhänger mit einem Gesamtgewicht von nicht mehr als 750 kg mitführen. Oder eine Fahrzeugkombination aus einem Zugfahrzeug der Kategorie B und einem Anhänger von mehr als 750 kg fahren, sofern das Gesamtzugsgewicht 3500 kg und das Gesamtgewicht des Anhängers das Leergewicht des Zugfahrzeuges nicht übersteigen.

Das bedeutet, dass man bei einem Auto mit 2300 kg Gesamtgewicht nach Ausweis maximal einen Anhänger mit 1200 kg Gesamtgewicht ziehen darf. Bei einem grösseren Auto mit 3500 Gesamtgewicht, einem Pick-up zum Beispiel, darf mit der Ausweiskategorie B nur ein Anhänger mit maximal 750 kg Gesamtgewicht mitgeführt werden.

Wann Anhängerprüfung?

Die Regelung orientiert sich bei dieser Frage klar an den Gesamtgewichten in den jeweiligen Fahrzeugausweisen. Das heisst, es ist dabei egal, ob der Anhänger beladen oder leer ist. Ist das Gesamtgewicht des Zuges über 3,5 Tonnen, benötigt der Lenker die Fahrprüfung für die Kategorie BE (E ist der Zusatz in allen Kategorien für die Fahrerlaubnis für Anhänger).

Im praktischen Einsatz würde dies bedeuten, dass ein Auto mit 3 Tonnen Gesamtgewicht und ein Viehtransportanhänger mit 2,2 Tonnen Gesamtgewicht nach Ausweis immer die Kategorie BE im Ausweis benötigt, egal, ob der Transportanhänger mit 770 kg Leergewicht eigentlich genug leicht wäre. Denn das Gesetz fragt im Zusammenhang mit der Ausweiskategorie nur nach den in den Fahrzeugausweisen festgehaltenen Gesamtgewichten.

Fahren auf der Strasse

Folgend ein Beispiel: Der Fahrer besitzt die Fahrprüfung der Kategorie BE, fährt ein Auto mit 2,5 Tonnen Anhängelast und einen Anhänger mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Nun stellt sich die Frage, ob das erlaubt ist oder nicht, da das Gesamtgewicht des Anhängers die Anhängelast des Fahrzeuges überschreitet. Nach den gültigen Gesetzen ist dies erlaubt, sofern das Betriebsgewicht des Anhängers die Anhängelast des Zugfahrzeuges nicht überschreitet.

Denn im Zusammenhang mit der Fahrt auf der Strasse fragt das Gesetz nach dem effektiven Gewicht des Anhängers auf der Waage und nach der Anhängelast des Autos. Wichtig ist demnach für die Fahrt auf der Strasse, dass der Anhänger und somit dessen Bremsen und Ladung mit den eingetragenen Zahlen im Fahrzeugausweis des Autos vereinbar ist.

Zum Merken

Als Abschluss die zwei wichtigen Aussagen zusammengefasst. Im Zusammenhang mit der Ausweiskategorie des Fahrers fragt das Gesetz nach den eingetragenen Gesamtgewichten in den Fahrzeugausweisen. Für den Einsatz eines Gespannes auf der Strasse fragt der Gesetzgeber nach dem effektiven Gewicht des Anhängers auf der Waage und nach der eingetragenen Anhängelast des Zugfahrzeuges unter Berücksichtigung der Gesamtgewichte der Fahrzeuge. Mit der korrekten Ladungssicherung und mit gegebener Betriebssicherheit der Fahrzeuge steht nun einer guten Fahrt nichts mehr im Weg.

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