2.02.2015 09:17
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Deutschland
D: Landtechnikbranche spürt Flaute in Frankreich
Die Landtechnikbranche hat 2014 in Deutschland einen um 8 Prozent tieferen Umsatz erzielt als im Vorjahr. Erklärungen finden sich vor allem im Umsatzeinbruch bei den Herstellern von Traktoren sowie der Flaute in Frankreich.

Die Hersteller von Landmaschinen und Traktoren in Deutschland haben 2014 einen Umsatz von 7,68 Mrd. Euro (8,06 Mrd. Fr.) erwirtschaftet. Wie der Fachverband Landtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Landtechnik) vergangene Woche mitteilte, lagen die Erlöse damit um 707 Mio. Euro (742 mio. Fr.) oder 8,4% unter dem Spitzenergebnis von 2013 und leicht über dem Wert von 2012.

Grosse Absatzmärkte schwächeln

„Eine Abkühlung der Konjunktur beobachten wir bereits seit dem letzten Frühjahr“, berichtete VDMA Landtechnik-Geschäftsführer Bernd Scherer. Die Lage sei allerdings „keinesfalls kritisch“, zumal sich der Umsatzrückgang innerhalb des vergangenen Jahres nicht beschleunigt habe „und die Branche damit rechnen kann, dass auch in diesem Jahr eine solide Landtechniknachfrage gegeben sein wird.“ Verhalten optimistisch stimme ihn die gegenwärtige Entwicklung der Auftragseingänge, die zurzeit „gerade einmal“ um 5% unter dem Vorjahr lägen, so Scherer.

Ihm zufolge rechnet der VDMA Landtechnik für 2015 mit einem Umsatz der deutschen Landtechnikstandorte von etwa 7,1 Mrd. Euro (7,5 Mrd. Fr.). Das wäre ein weiterer Rückgang um rund 7%. „Die Herausforderungen, denen sich unsere Branche zu stellen hat, sind angesichts der Schwäche in den traditionell grossen Absatzmärkten USA und Russland nicht weniger geworden“, resümierte Scherer. Allerdings vertraue man darauf, dass innovative Technologien weiterhin gefragt seien, zumal in rasant wachsenden Schwellenmärkten.

Deutlich weniger Schlepper hergestellt

Schwächer als der Gesamtmarkt entwickelte sich im Berichtsjahr laut VDMA Landtechnik der Umsatz der Hersteller von Traktoren. Nach einem Anstieg um 15,9% im Jahr 2013 seien die Umsätze der deutschen Landtechnikstandorte mit Schleppern 2014 um 15,0% auf 3,51 Mrd. Euro (3,7 Mrd. Fr.) zurückgegangen. Gleichzeitig habe sich der Trend fortgesetzt, in Deutschland nur noch Schleppermodelle der oberen Leistungsklassen zu fertigen. Traktoren mit weniger als 100 PS Motorleistung spielten in den deutschen Fabriken nur noch eine marginale Rolle, erklärte der Verband.

Entsprechend sei der Rückgang bei den Stückzahlen, die 2014 vom Band gelaufen seien, mit 19% auf 51'500 Einheiten noch deutlicher ausgefallen. Während im Inland die Erlöse mit rund 965 Mio. Euro den Vorjahreswert um 10,9% verfehlt hätten, seien die Verkäufe an Schleppern ins Ausland wertmässig um 16,4% auf 2,55 Mrd Euro zurückgegangen.

Höherer Landmaschinenumsatz im Inland

Der Umsatzwert für Geräte zur Bodenbearbeitung, Aussaat und Pflanzenpflege lag nach Angaben des VDMA-Landtechnikum etwa 5% unter dem von 2013. Dank eines stabilen Trends bei Mähdreschern, Feldhäckslern und Ladewagen habe das Vorjahresniveau im Erntemaschinensegment nahezu gehalten werden können. Eine Sonderkonjunktur habe die Melk- und Fütterungstechnik im Zuge der Ausstattung neu errichteter Ställe in Deutschland und einigen anderen wichtigen Märkten erlebt, teilte der Verband mit.

Insgesamt ging laut seinen Zahlen der Umsatz der in Deutschland ansässigen Landtechnikunternehmen mit Landmaschinen im Jahresvergleich um 2,1 % auf knapp 4,17 Mrd. Euro (4,4 Mrd. Fr.) zurück. Ausschlaggebend war dabei der Rückgang der Umsätze im Exportgeschäft um 3,7% auf etwa 2,97 Mrd Euro. Dagegen stiegen die Inlandsumsätze mit Landmaschinen um 2,0 % auf gut 1,20 Mrd. Euro.

Exportquote von 72 Prozent

Der VDMA Landtechnik betonte, dass die Landtechnikindustrie aus Deutschland ihre führende Position auf dem Weltmarkt gefestigt habe. Mit einer Exportquote von 72 % habe sich der Produktionsstandort im raueren weltweiten Wettbewerb sehr gut behauptet. Die Flaute in Frankreich - für die Branche seit jeher mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt - hätten die Hersteller in Deutschland 2014 direkt zu spüren bekommen. Schliesslich seien die Lieferungen um mehr als 20 % eingebrochen.

Entgegen dem zuletzt deutlich rückläufigen Markttrend habe der deutsche Ausfuhrwert in die Vereinigten Staaten indes noch einmal gesteigert werden können. Drittgrößter Exportmarkt für die deutsche Industrie sei Grossbritannien mit einem entsprechend der Marktentwicklung stabilen Umsatz gewesen, während mit den Vertriebspartnern in Russland ein Viertel weniger fakturiert worden sei, stellte der Verband fest. Er bezifferte den gesamten Exportwert der deutschen Landtechnikindustrie für 2014 auf 5,51 Mrd. Euro (5,8 Mrd. Fr.), was imVergleich zum Vorjahr eine Abnahme um 10% bedeutete. Dabei gingen die Umsätze mit Traktoren besonders deutlich zurück, nämlich um 16,4 % auf 2,55 Mrd. Euro. (2,7 Mrd. Fr.)

 

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