15.11.2019 11:42
Quelle: schweizerbauer.ch - dha
Agritechnica
Impressionen von der Agritechnica
Hannover wird alle zwei Jahre zum Mekka der Landtechnik-Branche. Der «Schweizer Bauer» hat sich mit einer grossen Leserreisen-Gruppe auf die Suche nach interessanten Neuheiten und Hinguckern gemacht. Mit Video

Themen die die Gesellschaft bewegen, betreffen  auch  die Agritechnica. Die Antriebsart des Traktors oder die Art der Bodenbearbeitung standen dieses Jahr unter Besucherinnen und Besuchern und Aussteller im Zentrum. So erleben zurzeit Pflüge ein Revival oder auch Klingenrotore werden in einer «Bio»-Ausführung angeboten.

Vielen Länder in Europa diskutieren zum Teil den Glyphosat-Einsatz heisser als in der Schweiz. Um den Anforderungen der Gesellschaft nachzukommen, werden wieder vermehrt Pflüge bestellt. Einige Bauformen und Modelle erleben heutzutage gar eine Wiedergeburt.

Diesel bleibt Trumpf

Nicht nur in der «System and Components»-Sonderausstellung der Teile- und Motorenhersteller konnte man sehen, dass der Dieselmotor für die kommenden Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte immer noch im Zentrum stehen wird, sondern auch an den Ständen der Traktorenbauer.

So sind nur vereinzelt Masschinen anzutrffen, welche keinen Verbrennungsmotor aufgebaut haben, und das sind dann meist auch spezialisierte Fahrzeuge.

Treibstoff und Strom

An mehreren Presseanlässen wurde wiederum betont, dass  der Verbrennungsmotor zurzeit das beste Leistungsgewicht bei hoher Gesamtleistung der Aggregate die Zielwerte erreichen könne. Bei einem grossen Mähdrescher würde zum Beispiel nur die Batterie bereits 20 Tonnen wiegen für die selbe Reichweite.

Mit den verschiedenen Traktorkonzepten für die Zukunft zeigen viele Hersteller Interesse an hybriden Antrieben. Das bedeutet, dass die Energie auf der Strasse und Feld weiterhin von einem Dieselmotor geliefert wird, dann aber in einem elektrischen Antriebsstrang verteilt wird.

Das bringt die Vorteile der guten Reichweite und des Gewichtes des Verbrennungsmotors und der stufenlosen und genauen Regelbarkeit der Elektroantriebe. Erste Forschungsprojekte und Feldversuche bestätigen diesem Konzept passable Zukunftsaussichten.

Roboter auf dem Acker

Auch der  autonome oder teilautonome Betrieb der Maschinen bleibt ein viel diskutiertes Thema. Mal abgesehen von der rechtlichen Unsicherheit, ist diese Technologie bereits weit fortgeschritten.

Einfache Anwendungen wie Grubbern oder das Unkrauthacken können bereits ohne Probleme autonom von einem Roboter erledigt werden. Case IH, John Deere und andere Hersteller machen bereits  Versuche mit ersten grossen Maschinen auf dem Feld, und nicht mehr mit  kleinen Hackrobotern.

An Ständen und auch an einem separaten Forum war ein Thema: Braucht es in Zukuft den Traktor noch? In näherer Zukunft sind sich alle einig für ein Ja. Man ist sich aber sicher, dass sich das Fahrzeug weiterentwickeln wird.

News für die Schweiz

Nicht nur die grossen «Ackerboliden» werden an der Agritechnica vorgestellt. Auch Maschinen für Schweizer Verhältnisse werden in Hannover präsentiert. Zum Beispiel stiess der Lintrac 130 auf grosses Interesse der Schweizer Landwirte vor Ort. Auch das klappbare 4-Meter-Frontmähwerk von Krone wurde intensiv begutachtet vor Ort.

Weiterhin Mechanik 

Die Agritechnica bietet natürlich auch den Vorteil, Hersteller aus anderen Ländern und deren Produkte kennenzulernen. Zum Beispiel sind an der Agritechnica auch Maschinen mit altbekannter, mechanischer Technik zusehen, was bei vielen Landwirten auf offene Ohren stösst. Auch Kuriositäten wie ein Samro-ähnlicher Kartoffelvollernter für den Dreipunktanbau werden ausgestellt.

Wie bei jeder Agritechnica in Hannover in Deutschland werden die Fabrikate der Hersteller aus dem Osten oder Asien heiss diskutiert. Fahrzeuge die wir hier in Westeuropa bereits seit 30 Jahren kennen, werden in diesen Ländern nachgebaut, da die Technologie nun für ihre Ansprüche passt. So erinnern nun einige Modelle an Steyr und MF-Traktoren aus vergangenen Tagen.


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