14.03.2019 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Futterbau
Durchbruch für Mais-Bohnen-Mix
Stangenbohnen und Mais werden als Gemenge ausgesät, zusammen gehäckselt und siliert. Das hat mehrere Vorteile.

In der Milchviehhaltung stellt sich die Frage, wie man Protein in die Ration bringt, ohne Soja zu verfüttern. Nun gibt es einen neuen Lösungsansatz: den Mais-Stangenbohnen-Mix. Dabei werden Silomais und Stangenbohnen als Gemenge ausgesät, gemeinsam gehäckselt und einsiliert. In Versuchen wurde bei 25 bis 30 Prozent Bohnenanteil in der Silage eine Steigerung von 6 bis 7 Prozent Rohprotein in der Maissilage auf 9 Prozent oder mehr in der Silage der Mischkultur gemessen.

Bohnen gross wie Maiskörner

«Der Anbau der Mischkultur hat sich dank dem Einsatz von KWS und Sativa bei der Suche nach passenden Sorten vereinfacht», sagt Hansueli Dierauer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau. «Es gibt Bohnen, die so gross sind wie ein Maiskorn, und die mit dem Mais gesät werden können. Somit lässt sich das Saatgut mischen, und Mais und Bohnen müssen nicht mehr separat gesät werden. Die Saatstärke beim Mais wird auf 8 bis 9 Körner/m2 reduziert und 4 Bohnenkörner werden beigemischt. Das verhilft der Mischung endlich zum Durchbruch in der Praxis.»

Der Strickhof testet den Mais-Bohnen-Mix laut Katrin Carrel im Bio- und im konventionellen Anbau: «Wir verwenden verschiedene Saatstärken und mechanische und chemische Unkrautregulierung.» Seit 2017 prüft zudem das Forum Ackerbau diese Mischkultur für den ÖLN-Anbau. «Der Vorteil dieser Mischkultur besteht darin, dass die Bohnen einfach mitgeerntet werden – es braucht keine besondere Erntetechnik.»

Bedenken gab es bisher wegen dem Phasin, einem giftigen Inhaltsstoff der Bohnen. Untersuchungen in Deutschland haben aber gezeigt, dass das Phasin im Silo und im Pansen abgebaut wird. In Fütterungsversuchen trat keine Beeinträchtigung der Tiergesundheit oder der Leistungsbereitschaft auf.

148 dt TS pro Hektare

Flurin Keller, Biolandwirt in Wald ZH, pflanzt seit 2014 Mais-Bohnen-Gemenge streifenweise an. Mit Erfolg: «Im guten Maisjahr 2017 konnten wir hochgerechnet auf eine Hektare 148 dt TS ernten.» Keller hatte in den letzten fünf Jahren nie Probleme bei der Fütterung der Milchkühe: «Wir füttern die Mais-Bohnen-Silage allerdings nur im Winter, und der Anteil in der Ration liegt relativ tief bei rund 2 bis 3kg TS pro Kuh und Tag. Unsere Kühe fressen die Mais-Bohnen-Silage sehr gut.»

Ackerbaulich ist der Mais-Bohnen-Mischanbau ideal. Während der Mais stickstoffbedürftig ist, fixieren Bohnen Luftstickstoff. Die Stangenbohnen finden in den Maispflanzen den benötigten Halt, um sich emporzuranken.

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